Montag, 17 November 2014 00:00

Koljanins fatale Fieberschübe

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Nationalliga B: Siggenthal – Altdorf 30:27

Der KTV-Trupp handelte sich gegen die Tabellenvorletzten die zweite Saisonniederlage ein. Urner deutlich schwächer als acht Tage zuvor gegen die Schaffhauser Espoirs.

munzistä filteredAusgerechnet in jener Halle, wo der HC KTV Altdorf jenen legendären Sieg gegen die Hausherren aus dem Feuer riss, der ihnen anderthalb Jahre zuvor den Aufstieg in die Nationalliga A beschert hatte, folgte am Sonntagnachmittag nun ein veritabler Tiefschlag. Die Gründe, welche dazu führten, waren gegen die starken Aargauer, die wenige Tage zuvor gegen Leader Endingen nur mit zwei Längen Unterschied verloren hatten, vielfältig. Zum einen fand die Urner Abwehr nicht zur gewohnten Leistung. Sie liess sich immer wieder verschaukeln, um schliesslich gleich zweieinhalb Dutzend Minustreffer zu kassieren. Da nützte auch eine vorübergehende Doppelmanndeckung gegen Stefan Egloff (8 Treffer) und Marius Moser (4) nur wenig. Hinzu kamen die viel zu hohe Quote begangener technischer Fehler und die damit verbundenen Ballverluste – gleich fünfzehn an der Zahl. Negativ in die Waagschale fiel schliesslich der seit Donnerstag immer wieder durch Grippe-Fieberschübe gebeutelte KTV-Topskorer Marko Koljanin. Er mixte in Siggenthal zwar mit, vermochte aber begreiflicherweise nicht das von ihm gewohnte Rendement abzuliefern.

Jetzt ein Verfolgertrio

Die weiteren sechs NLB-Wochenendpartien zeitigten folgende Ergebnisse: Birsfelden – Schaffhauser Espoirs 22:28, Zofingen – Kreuzlingen 35:28, Horgen – Möhlin 26:29, Yellow Winterthur – Endingen 26:33, Baden – RTV Basel 23:22, Chênois Genf – Steffisburg 33:36. An der Tabellenspitze hat sich Endingen nun mit 4 Zählern Vorsprung (16 Punkte) abgesetzt. Auf den Fersen folgt in der Vierzehnergruppe das Trio Altdorf, Basel und Steffisburg (je 12 Punkte), vor Baden (9), den Schaffhauser Espoirs (8, eine Partie weniger ausgetragen), Yellow Winterthur, Zofingen und Aufsteiger Kreuzlingen (ebenfalls je 8).

In Siggenthal erwiesen sich Samuel Stadelmann und Sebastian Munzert als klar effizienteste Altdorfer Stürmer – sie beeindruckten mit je hundertprozentigen Torschuss-Erfolgsquoten; Stadelmann traf sechsmal, Munzert fünfmal ins Volle. Auf hundert Prozent kam auch Marc Fallegger (1 Tor), auf 66 Prozent Ivan Fallegger sowie Fabian Auf der Maur (je 4 Treffer). Die KTV-Torsteher Nicolas Stocker und Jan Dittli liessen sich je eine 25-prozentige Abwehr-Erfolgsquote notieren. Auf der Gegenseite parierten Ex-Nationaltorwart Claudio Boccarelli 32, der vormalige KTV-Keeper Peter Szilagyi junior 30 Prozent Bälle.

In 40. Minute erste Altdorfer Führung

Zum Spiel: Gegen Siggenthal gerieten die Innerschweizer rasch ins Hintertreffen (6:8 nach 15 Minuten). Zur Pause hatten die Gastgeber die Nase mit drei Längen Vorsprung im Wind (17:14). In der Folge glückte dem KTV-Trupp in einer starken Phase der Gleichstand (19:19, 36. Minute), später gar die erstmalige Führung (21:20) durch Spielertrainer Mario Obad. Sieben Minuten vor dem letzten Sirenenton hatte Siggenthal - vor 500 Zuschauern notabene - wieder einen Vorsprung herausgewirtschaftet (25:22). Diese Reserve gaben die Platzherren nicht mehr preis. Die letzte Chance auf einen Punktegewinn verscherzten die Altdorfer in den letzten zwei Spielminuten (Überzahlspiel), doch sah sich wenig später auch Mario Obad auf das Sünderbänklein komplimentiert - an ein Aufholen in extremis war somit natürlich nicht mehr zu denken.

Coach Dani Lussi in seiner Retrospekitve: „Wir kassierten an diesem Spieltag ganz einfach zu viele so genannt einfache Tore. Die Leistung war mit jener, die wir acht Tage zuvor gegen die Schaffhauser Espoirs abgeliefert hatten, nicht vergleichbar. Nun heisst es ganz einfach, am kommenden Wochenende gegen Yellow Winterthur möglichst wieder auf den Erfolgspfad zurückzufinden. Dies kann indessen nur mit einer Topleistung, insbesondere im Abwehrsektor, aber auch durch eine deutliche Minimierung der technischen Eigenfehler, gelingen. Die Mannschaft mit Topskorer Raffael Liniger (vormals Pfadi Winterthur und Otmar St. Gallen, NLA, Bruder von Manuel Liniger: nach vier Bundesligajahren jetzt bei den Schaffhauser Kadetten, NLA) wird uns mit Bestimmtheit keine Geschenke machen.“

Altdorf spielte mit: Nicolas Stocker, Jan Dittli, Marcel Luthiger; Joy Gisler, Sebastian Munzert (5), Ivan Fallegger (4), Cyril Keller, Marc Fallegger (1), Samuel Stadelmann (6), Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (4), Tizian Dossenbach, Mario Obad (3), Marko Koljanin (4).

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