Sonntag, 23 November 2014 00:00

Sieg in den Schlussminuten vergeigt

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Nationalliga B: HC KTV Altdorf – Yellow Winterthur 24:24

Vier Minuten vor Schluss führten die Urner mit zwei Längen Vorsprung. Doch ein Wechselfehler, sanktioniert durch eine Zeitstrafe, führten zum finalen Remis.

obadfinger filteredRund 400 Kiebitze erwiesen dem Samstagabend-Heimspiel mit ihrem Erscheinen die Reverenz. Sie hatten ihr Kommen nicht zu bereuen. Hochspannung pur prägte die Begegnung bis zuletzt. Die Platzherren hatten sich schliesslich selber an der Nase zu nehmen: Sie liessen sich nach turbulenter Schlussphase einen bereits sichergeglaubten Zähler abzwacken.

Happige Überraschungen

Die zehnte NLB-Runde hatte es überhaupt in sich: Schaffhausens Espoirs tauchten gegen Horgen (21:22), Leader Endingen verlor gegen Baden (21:25). Die weiteren Resultate: Zofingen – Möhlin 32:30, Kreuzlingen – Chênois Genf 31:31, Steffisburg – RTV Basel 27:32, Siggenthal – Birsfelden 24:21.

Im Zwischenklassement büsste Endingen (16 Punkte) seine bislang erkleckliche Reserve auf die engsten Verfolger etwas ein. Auf Platz 2 stiess der RTV Basel vor (14). Der HC KTV Altdorf liegt weiterhin auf Position 3 (13), vor Steffisburg (12), Baden (11), und Zofingen (10). Am Tabellenende dümpelt Birsfelden herum (4) und liegt klar hinter Möhlin (7).

Spielertrainer mit Daumenblessur

Zum Spiel des HC KTV Altdorf bleibt vorweg anzumerken, dass Spielertrainer Mario Obad trotz einer Daumenverletzung, die er sich acht Tage zuvor nach einer rüden gegnerischen Attacke im Spiel gegen Siggenthal zugezogen hatte, mit von der Partie war. Allerdings mit einem eingeschienten Finger, was ihn begreiflicherweise erheblich handicapierte. Topskorer Marko Koljanin sah sich während längerer Zeit mit einer unbequemen engen Manndeckung konfrontiert. Dies hinderte ihn allerdings nicht daran, hinter dem entfesselten Samuel Stadelmann (8 Treffer) als zweitbester Altdorfer Schütze in Erscheinung zu treten. Auf genau gleich viele Tore wie Stadelmann brachte es auf Seite der Winterthurer deren Schütze vom Dienst, Raphael Liniger. Der athletisch nicht besonders auffällige Gästestürmer konnte von der Altdorfer Deckung nicht wunschgemäss an die Leine gelegt werden. Er wurde seinem Ruf als Spitzenhandballer (vormaliger NLA-Akteur) in jeder koljaninmarkyell filteredBeziehung gerecht.

Aus dem Ruder gelaufenes Finale

Seitens des HC KTV Altdorf verkorksten dessen Akteure die Schlussphase. Beim Stande von 22:20 handelte sich das Team - 4 Minuten vor dem Abpfiff - im Anschluss an den eingangs erwähnten fatalen Wechselfehler eine Zeitstrafe ein. Die Yellows liessen sich nicht zweimal bitten: Gleichstand innerhalb von 60 Sekunden. 132 Sekunden vor Spielschluss markierte Ivan Fallegger das 23:22. Bruder Marc liess dem 23:23 eine knappe Minute vor dem Abpfiff das 24:23 folgen. Schlitzohr Raphael Liniger bewerkstelligte schliesslich den erneuten Ausgleich, damit den Urnern die bereits sicher geglaubte Siegesfeier vergällend. Ein letztes Timeout der KTV-Truppe verpuffte ergebnislos.

Was zuvor passierte

stadelmyelWinterthur schloss schon seinen ersten Angriff erfolgreich ab. Marko Koljanin besorgte den Gleichstand. Dem 1:3 setzten Marko Koljanin, Mario Obad sowie Fabian Auf der Maur die erstmalige Führung der Platzherren (4:3) entgegen. Zwischen der 22. (8:8) und 30. Minute schossen Samuel Stadelmann (an diesem Abend beste KTV-Erfolgsquote - 88 Prozent ausweisend), Fabian Auf der Maur, Ivan Fallegger und Marko Koljanin (Penalty, zusammenfallend mit dem Halbzeit-Sirenensignal) ihr Team mit 12:9 in Front.

Nach Wiederaufnahme der Partie ersetzte Yellow seinen Hüter durch den 2.02 Meter grossen Patrik Murbach (Zuzug von Chênois Genf). Dadurch offensichtlich verunsichert, stotterte die Angriffsmaschinerie des KTV-Kollektivs vorübergehend unverkennbar (36. Minute: 14:14). Traumparaden seitens Nicolas Stocker - er hatte zu diesem Zeitpunkt den Posten Marcel Luthigers übernommen - verliehen seinen Vorderleuten etwelchen Schub (47. Minute: 19:16). Beim Stande von 19:17 patzerte Ivan Fallegger mit einem Penalty, doch Stadelmann realisierte postwendend das 20:17. Yellow machte später erneut Terrain gut, worauf die turbulente Schlussphase folgte.

 

Kommentar, Topskorer, Perspektiven

KTV-Coach Dani Lussi zeigte sich abschliessend mit der Defensivarbeit seiner Equipe angetan. „Es wurde gute Arbeit geleistet, aber bezüglich Chancenauswertung gesündigt. Wer gleich 14 hundertprozentige Möglichkeiten auslässt, wird meistens brutal bestraft – so geschehen im Fight gegen Winterthur. Wäre mir im Vorfeld der Partie – in Anbetracht der Verletzung Mario Obads und des noch immer nicht einsatzbereiten Thomas Mohenski – ein Zähler zugestanden worden, hätte ich sofort zugestimmt. In der Retrospektive müssen wir jedoch ganz klar von einem verschenkten Punkt sprechen.“

Im NLB-Topskorerklassement führt jetzt der Genfer Steven Larsson (92 Treffer), vor Marko Koljanin und Raphael Liniger (je 75).

Am kommenden Samstag tritt der HC KTV Altdorf beim STV Baden an, der Endingen am Wochenende überraschenderweise das Nachsehen gab. Mit einem ungemütlichen Einsatz werden die Urner also wohl klar zu rechnen haben...

Ein Lichtblick: Der während längerer Zeit verletzungshalber ausgefallene Thomas Mohenski sollte gegen Baden wieder einsatzbereit sein. Er hat das Training wieder aufgenommen. ar.

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker, Jan Dittli; Joy Gisler, Sebastian Munzert 1), Ivan Fallegger (2), Cyril Keller, Marc Fallegger (1), Samuel Stadelmann (8), Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (4), Tizian Dossenbach, Mario Obad (2), Marko Koljanin (6).

 

Gelesen 1202 mal Letzte Änderung am Sonntag, 23 November 2014 12:15