Freitag, 09 Januar 2015 00:00

Die „Zeit danach“...

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Interview mit Präsident Stefan Arnold

Arnold Stefan PräsidentZwei Meilensteine in der Geschichte des HC KTV Altdorf gehören der Vergangenheit an. Einerseits wurde der Grossklub 50 Jahre alt. Anderseits ging das erstmalige Nationalliga-Abenteuer des Herren-Fanionteams zu Ende. Doch die Zeit steht nicht still. Auf vollen Touren segelt das Vereinsschiff auf den Wogen der neuen Meisterschaft. Neue Herausforderungen stehen bevor. Wir unterhielten uns in diesem Zusammenhang mit Vereinspräsident Stefan Arnold („Stiege“).

 

Auch Sie haben „Abstand“ zur Nationalliga-A-Zugehörigkeit der KTV-Spitzentruppe gewonnen. Ihre wichtigsten Erinnerungen und das Fazit – Monate nach erfolgtem Abstieg in die B-Klassigkeit?

Die NLA war für uns ein Abenteuer. Es war toll, die besten Spieler und Teams im Feldli spielen zu sehen. Eine gewisse Ernüchterung machte sich natürlich schon breit. Obwohl wir Resultatmässig nicht abgefallen sind, ist der Sprung von der NLB in die NLA riesig. Auch der finanzielle Unterschied zu den anderen Teams war enorm. Zudem hatten wir sicher auch nicht das nötige Wettkampfglück in dieser NLA-Saison, da einige Schlüsselspieler lange verletzt ausschieden. Unser ganzes Umfeld wurde dabei sehr stark gefordert. Trotzdem bin ich stolz auf unsere Mannschaft und auf unseren Verein, dass wir das alles gemeistert haben.

Die erste Mannschaft hat sich im Verlauf der ersten NLB-Qualifikationsrundenhälfte ansprechend geschlagen. Wie fassen sie eine entsprechende Zwischenbilanz zusammen?

Nach den verschiedenen Abgängen waren wir gefordert, um eine schlagstarke NLB- Mannschaft zu formen. Die Bilanz ist mehr als ansprechend mit dem aktuellen 3. Rang. Wir sind mit den Leistungen und vor allem der Entwicklung des Teams sehr zufrieden. Wir wollen deshalb in der Rückrunde noch vermehrt auf die jungen Spieler setzen. Sie sollen mehr Spielzeiten erhalten, was wir der Trainerstaff als klare Vorgabe für die Rückrunde gegeben haben. Zusätzlich wollen wir noch 1 bis 2 weitere Talente in die Mannschaft integrieren. Wir erhoffen uns damit, dass sie sich damit bereits etwas an die notwendige Härte für die nächste Saison gewöhnen und dabei wichtige Erfahrungen sammeln können.  

Die Verstärkungen durch zwei kroatische Spitzenspieler haben sich offensichtlich ausbezahlt. Profitiert davon hat bestimmt auch das Umfeld und freut dies die Fans des attraktiven Handballsports in der Urschweiz?

Die Feldli-Festung steht noch immer, denn als Verlierer mussten wir nie vom Feld. Wir dürfen nach wie vor auf ein sehr treues Publikum zählen. Zu Beginn der Saison war eine gewisse Unsicherheit beim Team festzustellen, nach der schwierigen NLA Saison aber absolut verständlich. Eine Saison ohne Erfolg nagt natürlich auch am Selbstvertrauen.

Die Anstellung eines der beiden Kroaten, Mario Obad, als Profitrainer ist wohl ein Wagnis. Ein guter Wurf? Wie sehen Sie das?

Alle Entscheidungen bergen Risiken. Wir sind froh, dass wir mit Mario Obad einen guten Wurf gemacht haben. Unser Trainer bringt eine professionelle Einstellung mit und kann sie unserem Team gut vermitteln. Auch die Zusammenarbeit mit dem übrigen Trainerteam funktioniert einwandfrei. Die ganze Arbeit des Trainerkollektivs ist sicher auch entscheidend für den bisherigen Erfolg.

Will der Verein auch künftig in der Lage sein, seinen Fans NLB-Spitzensport bieten zu können?

Das Niveau ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Viele Teams konnten ehemalige NLA-Spieler engagieren oder konnten ihre Zusammenarbeit mit anderen Teams verbessern. Als kleiner Klub, der zudem nicht im Handball-Zentrum der Schweiz ist, wird es für uns zunehmend schwieriger, uns auf diesem Niveau halten zu können.

Die Zusammenarbeit mit dem BSV Stans (MU17 und MU19, zwei Teams der FU18) läuft auf vollen Touren. Die Erkenntnisse aus Ihrer Sicht?

Die Zusammenarbeit läuft immer noch gut. Die involvierten Personen engagieren sich sehr stark für dieses bedeutsame Projekt. Es ist wichtig, dass unsere Junioren gegen Teams aus der ganzen Schweiz antreten können. Der Leistungsunterschied zu den regionalen Teams ist sehr gross. Bei den Juniorinnen machen wir nun die ersten Versuche. Die ersten Spieler, welche wir in den vergangenen Jahren in den SG’s gefördert und gefordert haben, spielen nun in unserem Fanionteam. Weitere werden ganz sicher folgen.

Wie sieht es mit der Förderung respektive dem Interesse seitens der Allerjüngsten (11-, 13- 15-Jährige) und der Unterstützung (Trainer, Betreuer) aus?

Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir für die Jüngsten sehr erfahrene Trainer haben und diese einen guten Job machen. Es ist nicht immer einfach, eine so lebendige Mannschaft zu bändigen.

Der Damenhandball kocht zurzeit (leider) eher auf Sparflamme. Was ist in diesem Zusammenhang anzumerken?

Hier sind wir in einer Aufbauphase. Wir hoffen, in den nächsten 2 bis 3 Jahren uns wieder nach vorne orientieren zu können.

Als Präsident verfügen Sie über ein versiertes Mitarbeiter/innen-Kollektiv. Das Geheimrezept? Und das grosse personelle Engagement?

Da gibt es kein Geheimrezept. Nur mit vielen engagierten Helfern können wir alle Aufgaben bewältigen. Damit wir als Verein weiterkommen, müssen wir versuchen, alle Handballinteressierten möglichst lange halten zu können und sie auch für andere Aufgaben zu begeistern. Viele meiner Vorstandskolleginnen und -kollegen führen dabei noch andere Aufgaben aus.

Vielleicht haben Sie schliesslich noch etwas weiterreichende Visionen?

Beim Verband sind die Zeichen auf eine gewisse Zentralisierung ausgelegt. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das auf unseren Verein haben wird. – Persönlich, nach mehr als 20 Jahren Vorstandstätigkeit, gibt es gewisse Ermüdungserscheinungen. Es gilt nun im Verein eine neue Führungscrew aufzubauen, um neue, andere Ideen verwirklichen zu können.

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