Sonntag, 08 Februar 2015 00:00

Die fatale 3598. Sekunde...

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HC KTV Altdorf – SG Horgen 27:27

Fünf-Tore-Vorsprung genügte nicht. 2 Sekunden vor Spielschluss fiel der Ausgleich.

munzhorgAls Ivan Fallegger in der 40. Minute den Altdorfer Vorsprung gegen die Zürcher auf fünf Längen erhöhte, schien die Welt der Urner vor 250 Kiebitzen am Samstagabend in der Feldliarena noch in bester Ordnung. Doch danach liess das Leistungspotenzial der Gastgeber unverkennbar nach. Zwischen der 47. und 54. Minute beispielsweise brachten sie keinen einzigen Ball im Tor des reaktionsschnellen Horgener 100-Kilo-Schlussmannes Andrija Kasalo unter, während die Zürcher mit ihren drei Ex-Nati-A-Akteuren und dem erstmals in ihren Reihen mitmixenden chilenischen Nationalspieler Andres Andalaft Victor Donoso munter vom Leder zogen und die KTV-Deckung Mal für Mal aushebelten. Ganz einfach unbegreiflich war seitens der meisten Matchbesucher die Tatsache, dass die Horgener (aufgrund der in Altdorf gezeigten eindrücklichen Leistung) bislang als Drittletzte der Zwischenrangliste grüssten. Anderseits war es vielleicht gerade diese ungemütliche Konstellation, welche den Zürchern zusätzlich Flügel verlieh, um dem Relegationswirbel vorzeitig entrinnen zu können.

Vorerst in Rückstand geraten

koljaobadhorgenDem HC KTV Altdorf, in dessen Reihen die beiden Kroaten Mario Obad (Spielertrainer) und Marko Koljanin (Co-Leader im NLB-Torschützenklassement) nach ihrem Grippeinfekt wieder mitzumixen vermochten, gelang es in der Startphase der Partie nach dem 2:1 (zweimal Marko Koljanin) nie mehr, die Führung an sich zu reissen. Beim Stande von 7:8 widerfuhr Koljanin das Malheur, einen Penalty zu versieben (Lattenschuss, danach im Rahmen des Nachschusses Parade des Horgener Schlussmannes). In der 20. Minute trat Marcel Luthiger, der zuvor durch einen Kopftreffer kurzfristig ausser Gefecht gesetzt worden war, seinen Posten Nicolas Stocker ab. Drei Minuten später nützten die Urner ein Überzahlspiel durch Ivan Fallegger und Mario Obad zur KTV-Führung (13:12). Zwei Treffer seitens Mario Obad und Samuel Stadelmann führten zum 15:13-Pausenvorsprung der Urner – nicht zuletzt dank einer kompromisslos zu Werk gehenden KTV-Abwehr.

Starker Auftakt der Urner in der zweiten Halbzeit

Gut fanden sich die Gastgeber nach erfolgtem Seitenwechsel zurecht, zumal die Zürcher phasenweise mit einer doppelten Zeitstrafe eingedeckt worden waren. Bis zur 40. Minute erhöhten Mario Obad (zweimal), Fabian Auf der Maur (ebenfalls zweimal), Marc und Ivan Fallegger den Vorsprung ihres Teams auf 21:16. In der Folge zeichnete sich bei den Gastgebern ein fataler Leistungsknick ab. Während 7 Minuten vermochten sie überhaupt keinen Ball mehr im Kasten der Horgener zu platzieren. Die Zürcher hatten zwischenzeitlich das 23:23 bewerkstelligt, nachdem Marcel Luthiger gar noch eine Horgener Penaltychance zunichte gemacht hatte. Marko Koljanin setzte danach einen 7-Meter-Ball ins Netz der SGH (24:23), doch knapp 4 Minuten vor Spielschluss führten wieder die Besucher. Dem 25:25 (Penalty: Koljanin) folgte 102 Sekunden vor Spielschluss durch Sebastian Munzert das 26:25. Horgen konterte nochmals eiskalt (26:26). 16 Sekunden vor dem Abpfiff buchte Marko Koljanin das 27:26 – der Match schien dadurch definitiv gelaufen. Just 2 Sekunden vor dem letzten Sirenenton war es indessen der Horgener Rico Gretler, der für seine Farben den erneuten (glücklichen) Gleichstand zu erzielen vermochte. Fazit: Punkteteilung.

mohestadelhorgGar nicht angetan vom Punktverlust zeigte sich nach erfolgtem Abpfiff KTV-Coach Dani Lussi: „Die schwache Phase nach dem 21:16 brachte uns nochmals arg ins Trudeln. Das hätte vermieden werden müssen. Generell war ich von der Stärke der Widersacher überrascht. Hätte mir vor der Partie jemand einen Punkt zugestanden, würde ich eingewilligt haben. So aber liessen wir uns buchstäblich noch im letzten Moment einen sichergeglaubten Zähler abzwacken.“ Spielertrainer Mario Obad attestierte seinem Team, alles gegeben zu haben, zumal im Verlaufe der vorangegangenen Tage die Trainings krankheitsbedingt nicht im Vollbestand hatten bestritten werden können. Ich bin zuversichtlich, dass wir nun am Mittwochabend in Zofingen Gegensteuer geben können.“ Der Match musste übrigens kurzfristig von Zofingen in den Aarauer „Schachen“ verlegt werden. Spielbeginn; 20.30 Uhr.

  Kroatisches Trommelfeuer – Altdorf auf Platz 4

Von den 27 Altdorfer Treffern gegen Horgen erzielten die Kroaten Mario Obad und Marko Koljanin deren 18 (jeder 9). Je zweimal trafen Sebastian Munzert, Ivan Fallegger sowie Fabian Auf der Maur. Sebastian Munzert wie Marc Fallegger wiesen eine 100-prozentige Erfolgsquote auf. Mario Obad kam auf 90, Marko Koljanin 64, Thomas Mohenski, Fabian Auf der Maur sowie Kevin Ledermann je 50 Prozent.

Im NLB-Zwischenklassement führt Endingen (26 Punkte) nun vor dem RTV Basel (22), Baden (20), Altdorf sowie den Schaffhauser Espoirs (je 19).

Die Resultate des Wochenendes: Siggenthal – Schaffhauser Espoirs 23:24, Steffisburg – Birsfelden 38:31, Baden – Kreuzlingen 22:22, Basel - Chênois/Genf 34:26, Endingen – Zofingen 31:21.

 Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Sebastian Munzert (2), Flavio Fallegger, Ivan Fallegger (2), Cyril Keller, Marc Fallegger (1), Samuel Stadelmann, Thomas Mohenski (1), Kevin Ledermann (1), Fabian Auf der Maur (2), Tizian Dossenbach, Mario Obad (9), Marko Koljanin (9).
Gelesen 1217 mal Letzte Änderung am Sonntag, 08 Februar 2015 21:17