Sonntag, 22 Februar 2015 00:00

Die „Guillotine“ ausgeschlagen – Romands im Gegenzug vom Parkett gefegt

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koljanpenchenHC KTV Altdorf – Chênois Genf 34:26

Statt eines Forfaits (zu spätes Erscheinen der Gegner) wurde die Partie am Samstagabend mit halbstündiger Verspätung angepfiffen. Urner landeten im fünften Anlauf ersten Rückrundensieg.

lussistefanAeschbsimonGERatlosigkeit machte sich am Samstagabend in der Feldliarena bei den rund 350 aufmarschierten Kiebitzen breit. Denn weder im Rahmen der Aufwwärmphase noch des Anspieltermins war eine Spur der Vertreter aus der Romandie auszuloten. Die Westschweizer hatten in ihrem Buis-Anfahrplan einige Widerwärtigkeiten (Witterung, zähflüssiger Verkehr, zusätzliche Ruhepause des Chauffeurs) nicht einkalkuliert. Die beiden Schiedsrichter Fabian Jergen und Matthias Zaugg sowie der IHV-Delegierte Paul Waldburger waren sich aufgrund der geltenden Satzungen schnell einig: Um 18.15 Uhr (eine Viertelstunde Zeiterstreckung gegenüber der offizielle Anspielzeit) würde die „Guillotine“ reglementskonform zu Ungunsten der Westschweizer (Forfaitwertung) fallen. Als dann um 18.15 Uhr der Genfer Car vor der Feldliarena aufgekreuzt war und sich die ersten Gästespieler in die Kabinen zum Umziehen begaben, war noch immer nicht klar, wie das Ganze weitergehen sollte.

Sportliches Verhalten

mohechenunschSowohl die KTV-Vereinsleitung sowie die einheimische Mannschaft wollten die Partie trotz aller Ungereimtheiten unbedingt bestreiten, wie auch Coach Dani Lussi erklärte. Diese sportliche Einstellung der Altdorfer bekräftigten HCA-Präsident Stefan Arnold wie der Genfer Klubchef Simon Aeschbacher im gegenseitigen Gespräch. Fazit: Um 18.30 Uhr konnte der Fight in Angriff genommen werden. Beide Teams traten weitgehend in Vollbestand an. In den KTV-Reihen fehlte infolge einer Erkältung Marc Fallegger, bei den Romands Adrien Molinié (französischer Ex-Profi), vor zwei Jahren noch NLB-Torschützenkönig bei Chênois, danach vorübergehend bei einem anderen Klub engagiert.

Die Zielvorgaben beider Mannschaften waren klar: Altdorf wollte sich für die durchzogenen ersten vier Rückrundenspiele (zwei Niederlagen, ebenso viele Unentschieden) vor eigenem Publikum revanchieren sowie seine Heimungeschlagenheit wahren. Die Romands anderseits waren bestrebt, ihren Überraschungssieg gegen Leader Endingen (acht Tage zuvor eingefahren) mit einem weiteren Erfolg sozusagen zu zementieren ztu versuchen und damit ihre prekäre Tabellenlage zu verbessern.

Frühzeitiger Sieben-Tore-Vorsprung

Die Gastgeber nahmen die Partie mit einem eigentlichen Feuerwerk in Angriff. Rasch liessen sie erkennen, dass sie das vorangegangene Wochenende - sackschwache Abwehrleistung mit 30 in Zofingen kassierten Minustoren - unbedingt wegstecken wollten. Der HC KTV Altdorf, unterstützt von munzisrcaptchenoiseinem überzeugenden Keeper (Marcel Luthiger, 30-prozentige Abwehr-Erfolgsquote) zeigte sich in Defensive um Welten verbessert. Das 1:0 besorgte Fabian Auf der Maur schon nach 106 Sekunden. Dem 1:1 setzte Kevin Ledermann das 2:1 entgegen. Einen Penaltyball donnerte Marko Koljanin an die gegnerische Torumrandung. Danach rollte der Gotthard-Express wie geschmiert. Nach 13 Minuten führten die Gastgeber mit 9:2, zumal sie den Gästen den Schneid mit sehenswerten Abwehraktionen immer wieder abzukaufen verstanden. In der Folge lief im KTV-Kollektiv dann jedoch vorübergehend eher wenig. Gut, dass Luthiger beim Stande von 9:6 ein gegnerisches Penaltygeschoss neutralisierte und Dave Zürcher den Vorsprung seiner Truppe wieder auf vier Längen ausbaute. Chênois Genf meldete sich indessen wieder zurück (nur noch 12:10 nach 25 Minuten). Zweimal der an diesem Tag mit sehenswerten sechs Flügeltoren einer der Besten in seinem: Team Fabian auf der Maur, ferner Marko Koljanin mit einem verwerteten Sieben-Meter-Ball liessen bis zur Pause das 15:12 zugunsten der Urner Tatsache werden. Der Vorsprung aufderchenoisder Platzherren hätte nach der ersten halben Stunde eigentlich deutlicher ausfallen müssen. Aber da waren eben erneut etliche hundertprozentige unverwertete Chancen.

Kellers Geniestreiche

Nach Wiederaufnahme des Fights zauberten die Altdorfer eine beeindruckende Auftaktphase aufs Parkett. Besonders effizient erwies sich Nachwuchsmann Cyril Keller. Zwischen der 32. Und 40. Minute donnerte er gleich drei Bälle in den Genfer Netzhimmel. Nach Ablauf der dritten Viertelstunde führten die Altdorfer mit 25:20, um danach einen eigentlichen Sturmlauf auf die gegnerische Deckung zu lancieren und den Vorsprung schliesslich auf acht Längen zu vergrössern. Der KTV-Trupp durfte nach erfolgtem Schlusspfiff rauschende Ovationen für eine alles in allem beeindruckende Vorstellung über sich ergehen lassen. Das Visier hatten gegen Genf übrigens Marko Koljanin (8 Treffer) sowie Ivan Fallegger (7), vor dem bereits erwähnten Fabian Auf der Maur (6), am besten eingestellt. Ihre Erfolgsaktionen - wie auch jene von Kreisläufer Sebastian Munzert - bildeten mehrmals eine echte Augenweide.

fallivichenoisSpielertrainer Mario Obad attestierte seiner Truppe volle Anerkennung, sich dabei insbesondere über die unverkennbar verbesserte Abwehrleistung seiner Deckung freuend. „Nach wie vor ist die Verwertung erarbeiteter hundertprozentiger Chancen anderseits ungenügend – daran müssen wir dringend arbeiten“, bilanzierte Obad.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Joy Gisler, Sebastian Munzert (4), Dave Zürcher (1), Ivan Fallegger (7), Cyril Keller (3), Samuel Stadelmann, Thomas Mohenski (1), Kevin Ledermann (1), Fabian Auf der Maur (6), Tizian Dossenbach (2), Mario Obad (1), Marko Koljanin (8).

 

Fakten und Zahlen

Effizientester Altdorfer Angreifer gegen Chênois Genf war Sebastian Munzert mit seiner Hundert-Prozent-Abschlusserfolgsquote. Es folgten Ivan Fallegger (77 Prozent), Fabian Auf der Maur (75), Tizian Dossenbach und Marko Koljanin (je 66), Cyril Keller (60), Thomas Mohenski, Mario Obad, Dave Zürcher (je 50).

Die NLB-Wochenendresultate: Steffisburg - Horgen 27:26, Zofingen – Birsfelden 19:19, Baden - Kadetten Espoirs 29:24, RTV Basel - Möhlin 33:22, Endingen – Kreuzlingen 39:30.

Der aktuelle Tabellenstand: 1. Endingen (28 Punkte), 2. Basel (26), 3. Baden (24), 4. Altdorf und Yellow Winterthur (je 21), 6. Kadetten und Steffisburg (je 19), 8. Siggenthal (18), 9. Zofingen (15), 10. Kreuzlingen und Möhlin (je 13), 12. Horgen und Chênois Genf (je 12), 14. Birsfelden (9).

 

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