Sonntag, 29 März 2015 00:00

Der grosse Fight der Titanen

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Yellow Winterthur – HC KTV Altdorf 27:30

NLB-Torschützenleader trafen direkt aufeinander; Marko Koljanin skorte sechzehnmal – und ist jetzt klare Nummer eins. Altdorfer jetzt alleinige Tabellendritte.

kolj topskorer filteredDas viertletzte Meisterschaftsspiel der Hauptrunde hatte es am Samstagabend in jeder Beziehung in sich. Zum einen stand es im Zeichen einer grandiosen Aufholjagd der Innerschweizer: Sie trumpften anschliessend zusätzlich mit einer genialen Schlussphase auf. Zum Zweiten riss KTV-Topskorer Marko Koljanin das Zepter im direkten Treffen der beiden Sonderkanoniere – sowohl Raphael Liniger wie der Kroate in Altdorfs Diensten hatten vorgängig 170-mal ins Schwarze getroffen – an sich. Der KTV-„Sprengmeister“ fetzte gegen die Yellows den Ball 16-mal (persönlicher Saisonrekord!) in die Maschen; Liniger hatte sich mit elf Erfolgserlebnissen zu begnügen. Koljanin liegt nun gegenüber Liniger mit 186:181 allein in Front.

Fünf Tore Rückstand

Für den HC KTV Altdorf ging es darum, jene Niederlage, welche die Urner acht Tage zuvor gegen Siggenthal vor heimischem Publikum kassiert hatten, vergessen zu machen. Das Vorhaben gelang mit Bravour, auch wenn es phasenweise den Eulachstädtern etliche Zugeständnisse zu machen galt. Samuel Stadelmann war für die KTV-Führung schon nach 61 Sekunden besorgt. Die Urner prägten die Partie vorerst unverkennbar, um nach 12 Minuten mit 7:4 vielversprechend in Front zu liegen. Schon zu diesem Zeitpunkt war erkennbar, dass die Begegnung ganz im Zeichen der Liga-Topskorer Marko Koljanin (Altdorf) und Raphael Liniger (Winterthur) stehen würde. Beide waren offensichtlich bestrebt, die alleinige Leaderposition im NLB-Torschützenklassement an sich zu reissen. Das Vorhaben wurde zum beeindruckenden Schaulaufen des kroatischen Hünen, der ein Dutzend Treffer aus dem Spiel heraus und deren vier nach Penaltyaktionen realisierte. Auch eine Spezialbewachung gegen Koljanin liess diesen unbeeindruckt und nicht von seinem „Kurs“ abkommen.

Nach dem erwähnten Drei-Tore-Vorsprung der Innerschweizer räumten diese ihren Kontrahenten vermehrte Freiräume ein, um auch selber einige Unzulänglichkeiten zu verzeichnen. Vorweg im Abwehrbereich lief nicht alles wunschgemäss. Nach 20 Minuten hatten die Winterthurer nicht nur ausgeglichen, sondern gleich auch das Zepter übernommen. Zur Pause führten die Platzherren mit 15:12.

Beeindruckender Jan Dittli

Die zweite Halbzeit schien die definitive Niederlage der KTV-Truppe einzuläuten. Sie lag nach 40 Minuten bereits mit fünf Längen (20:25) in Schieflage. Dies war den Altdorfern dann ganz offensichtlich etwas allzu starker Tabak. Sie legten leistungsmässig unverkennbar zu. 5 Minuten vor Spielschluss gelang Samuel Stadelmann der Ausgleich (26:26). Dem 27:26 setzte Marko Koljanin den erneuten Gleichstand entgegen. Der HC KTV Altdorf profitierte in der spannungsgeladenen Schlussphase von zwei Fakten: Zum einen brillierte Jan Dittli im KTV-Tor – er hatte den „Dienst“ ab der 16. Minute von Marcel Luthiger übernommen – mit verschiedenen Traumparaden, sich dabei auch als Penaltykiller profilierend. Zum andern schaufelten sich die Yellows selber das Grab, handelten sie sich doch durch einige Disziplinlosigkeiten gleich zwei Zeitstrafen ein. Während die Winterthurer nicht mehr ins Volle trafen, zogen Ivan Fallegger, KTV-Spielertrainer Mario Obad sowie Marko Koljanin dank dreier sehenswerter Treffer den Altdorfer Sieg definitiv an Land, dadurch auch den ersten Saisonerfolg gegen die Eulachstädter (Vorrunde: 24:24) realisierend. „Eine bis zuletzt kämpferisch sehenswerte Einstellung stand dem Erfolg unseres Teams zu Gevatter“, freute sich Spielertrainer Dani Lussi.

Über die Ostertage ruht der Meisterschaftsbetrieb. Am Donnerstagabend danach wird in der Feldliarena der STV Baden erwartet. Die Aargauer, welche auswärts mit einem Tor Unterschied bezwungen worden waren, verfügen in ihren Reihen seit Anfang Januar über den starken Nordländer Larsson, der von Chênois Genf zu Baden gestossen ist im neuen Umfeld bereits Furore zu machen versteht.

 

Fakten und Zahlen

Während in den Reihen von Yellow Winterthur keine „Hundertprozenter“ zu verzeichnen waren, liessen sich gleich drei Altdorfer Top-Abschlussquotenerfolge (100) attestieren: Sebastian Munzert, Samuel Stadelmann sowie Dave Zürcher. Es folgten auf den nächsten Positionen: Marko Koljanin (84), Mario Obad (74), Fabian Auf der Maur und Ivan Fallegger (je 33). Jan Dittli war von beiden Teams der erfolgreichste Keeper auf dem Spielfeld (36-prozentige Abwehrerfolgsquote).

Die weiteren Resultate der jüngsten NLB-Meisterschaftsrunde: Birsfelden Siggenthal 29:24, Horgen – Kadetten Espoirs 29:27, Möhlin – Zofingen 33:29, RTV Basel – Steffisburg 30:26, Baden – Endingen 23:26, Chênois Genf – Kreuzlingen 33:23.

Die aktuelle NLB-Rangliste, drei Runden vor Abschluss der NLB-Hauptrunde: 1. Endingen und RTV Basel (je 34 Punkte), 3. KTV Altdorf (29), 4. Baden (27), 5. Siggenthal (26), 6. Yellow Winterthur (23), 7. Steffisburg (22), 8. Kadetten Espoirs und Horgen (je 19), 10. Zofingen, Möhlin sowie Birsfelden (je 18), 13. Chênois Genf (16), 16. Kreuzlingen (15). ar.

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Sebastian Munzert (3), Dave Zürcher (2), Ivan Fallegger (1), Cyril Keller, Marc Fallegger, Samuel Stadelmann (3), Thomas Mohenski, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (2). Tizian Dossenbach, Mario Obad (3), Marko Koljanin (16).

 

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