Sonntag, 27 September 2015 00:00

Kein Rezept gegen entfesselte Schaffhauser

geschrieben von
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Nationalliga B: HC KTV Altdorf – Kadetten/Espoirs Schaffhausen 24:34

Das hat es schon fast seit „Menschengedenken“ nicht mehr gegeben: dass sich die Urner vor eigenem Publikum derart demontieren liessen.

natitrainer suterDer Abend des 27. September wird mit schwarzen Lettern in den Annalen des Altdorfer Traditionsvereins Eintrag finden. Zwar waren sich die letztjährigen NLB-Ranglistendritten bewusst, dass es gegen die schon im Vorfeld des neuen Championats allgemein als spielstarke eingestuften „Farmteamler“ des Schaffhauser Grossvereins alles andere als ein Honigschlecken absetzen würde. Aber ein derartiges Debakel war von den fast 300 Kiebitzen wohl in keiner Art und Weise erwartet worden. Doch die Gastgeber liessen sich von den Besuchern schon frühzeitig in die Löwengrube drängen. Oder anders gesagt: von den Schaffhausern zerzausen, insbesondere durch deren Superskorer Albin Alili (11 Treffer) sowie Zoran Markovic (8). Beide führten (trotz sporadischer Manndeckung) ein eigentliches Herrenleben. Allerdings bleibt anzumerken, dass in den Reihen der Letzteren praktisch ausnahmslos junge Spitzentalente, nur wenige unter 1.90 m gross - unter Leitung des sich immer wieder energisch von der Spielerbank her bemerkbar machenden Schweizer Nachwuchs-Nationaltrainers Michael Suter - zur Sache gingen. Die Nordostschweizer schufen sich aber nicht nur Freunde des schnellen, attraktiv vorgetragenen Handballsports, sondern warteten zwischendurch immer wieder mit unsauberen, verdeckt angebrachten Körperattacken auf, die von den beiden (zu) oft auch anderweitig nicht überzeugenden Spielleitern Schmid/Staunovo übersehen wurden respektive unsanktioniert blieben.

Zur Aufstellung des HC KTV Altdorf bleibt anzumerken, dass er ohne die verletzten Joy Gisler obad schaff fiund David auszukommen hatte, dafür aber erstmals nach zweimonatigem, ebenfalls verletzungsbedingtem Ausfall, wieder auf den eine starke Partie bestreitenden Marc Fallegger zurückgreifen durfte. Bei den Schaffhausern fehlte Topskorer Nik Tominec. Er kam im Fanionteam der NLA-Kadetten gleichentags im Europaleague-Fight gegen den HC Metalursk (Mazedonien) zum Einsatz. Ihn hatte die Schweizer Vertretung auswärts mit 24:28 verloren zu geben.

Nur einmalige KTV-Führung

Die Partie in der Feldliarena sah über weite Strecken unbegreiflich nervöse Altdorfer am Werk. Sie gingen insbesondere in der Abwehr viel zu zögerlich zur Sache und öffneten den falleggerma sch fischussgewaltigen Nordostschweizern damit Tür und Tor, ihre (Distanz-) Schiesskünste zu demonstrieren. Im Angriff wurden erneut zahlreiche Chancen ausgelassen und technische Fehler (Ballverluste) zelebriert, welche die Besucher entsprechend „honorierten“. Hinzu kamen die immer wieder sehenswerten Abwehrinterventionen: Der gegnerische Keeper liess sich eine 42-prozentige Abwehr-Erfolgsquote verbuchen (HC KTV Altdorf: Marcel Luthiger 24, Nicolas Stocker 34, Jan Dittli 9 Prozent). Um gleich bei den Einzelauflistungen zu verbleiben: Ivan Fallegger liess sich ebenso wie Cyril Keller eine 100-Prozent-Abschlusserfolgsquote notieren, gefolgt von Fabian Auf der Maur (60), ferner Jannick Drollinger und Mario Obad (je 50). Marko Koljanin hatte nicht seinen besten Tag erwischt; er blieb nur mal gerade zweimal (bei neun Schüssen aufs gegnerische Tor) erfolgreich – einen Penaltyball zirkelte er nur an die gegnerische Latte. Recht ungenügend fiel auch die Bilanz Marius Kasmauskas (ein Tor bei sieben Versuchen) aus.

Der HC KTV Altdorf vermochte gegen die Kadetten-Espoirs nur mal gerade einmal in Front zu ziehen (3:2, 6. Minute). Danach hatten die Gäste das Sagen. Sie lagen zur Pause mit 19:12 in Front. Die weiteren Zwischenstationen: 45. Minute 24:18, 53. Minute 30:21, 57. 33:22; den letzten Altdorfer Treffer der Partie markierte Ivan Fallegger.

Stimmen zum Spiel

Gästetrainer Michael Suter: „Mit zehn Toren Differenz in Altdorf zu gewinnen, ist eine beachtliche karmauskas schaffLeistung. Den professionellen Gedanken hat unsere Truppe offensichtlich recht eigentlich verinnerlicht. Die Gastgeber haben wohl nicht das ganze Potenzial, das in ihnen steckt, zum Tragen gebracht.“

Dani Lussi, Trainer HC KTV Altdorf: „Unsere Spielanlage wies an diesem Abend ganz einfach zu wenig Stabilität aus. Teilweise gingen wir gar naiv zur Sache. Ausserdem waren eigene Ideen, wie der Gegner hätte echt gefordert werden können, Mangelware. Wir sind bezüglich eigenes Spielsystem noch nicht dort, wo wir sein sollten.“

KTV-Spielertrainer Mario Obad: „Ich bin eigentlich von unserer klaren Niederlage gar nicht so überrascht. Zu viele Leute fehlten an den vorangegangenen Training (Verletzungen, Militär usw.) . So ist es natürlich extrem schwierig, eine echte Spielstrategie zu entwickeln. Ein Sieg muss immer vorbereitet werden. Im Deckungsbereich agierten wir phasenweise richtiggehend schlecht. Ausserdem machte uns die Tatsache, dass die Schiris oft unkonsequent pfiffen, unverkennbar zu schaffen.“

Die nächsten Einsätze

Das KTV-Fanionteam erhält es nun am Samstag, 3. Oktober, mit der HSG Siggenthal zu tun. Die Aargauer kreuzten die Klingen mit den Innerschweizern bereits vor wenigen Wochen im Rahmen einer Trainingspartie. Dabei war erkennbar, dass die Altdorfer in etwa auf Augenhöhe der Siggenthaler liegen. Ein Sieg muss mit allen Mitteln angestrebt werden, soll rechtzeitig aus der Problemzone (4 Spiele/2Punkte) weg gefunden werden. Die übrigen Wochenendpartien: Baden –Zofingen 32:32, Wädenswil – Pilatus/Luzern 41:35, Endingen – Möhlin 26:20, Yellow/Pfadi Winterthur – Steffisburg 22:21, Birsfelden – Siggenthal 25:26, Suhr/Aarau – Horgen 27:23. – Die Rangliste nach 4 Runden: 1. Endingen, 2. Suhr/Aarau, beide 8, 3. Horgen, 4. Kadetten-Espoirs Schaffhausen, 5. Siggenthal, je 6, 6. Baden 5, 7. Steffisburg 4, 8. Yellow/Pfadi Winterthur 3, 9. Birsfelden, 10. Zofingen, 11. Altdorf, 12. Wädenswil, 13. Möhlin, alle 2, 14. Pilatus/Luzern 0.

Der HC KTV Altdorf steigt am Mittwochabend, 7. Oktober, ins Schweizer-Cup-Abenteuer (Hauptrunde). Er trifft dabei auf den Zweitligisten Borba/Luzern. Die Partie wird um 20.30 in der Maihofhalle angepfiffen. Detail: In der Luzerner Halle herrscht Harzverbot...

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker, Jan Dittli; Marius Kasmauskas (1), Dave Zürcher, Ivan Fallegger (4), Cyril Keller (1), Marc Fallegger (5), Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (3), Tizian Dossenbach (2), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (5), Marko Koljanin (2).

 

Gelesen 1168 mal Letzte Änderung am Sonntag, 27 September 2015 19:22