Sonntag, 04 Oktober 2015 00:00

Die fatalen Schlusssekunden...

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Nationalliga B: HSG Siggenthal – HC KTV Altdorf 29:28

Vierte – diesmal höchst unglücklich zustande gekommene Saisonniederlage. Lage am Tabellenende wird langsam höchst ungemütlich.

dossenbachWie erwartet wurde die Partie im Aargau am Samstagabend in der Badener Auehalle, vor rund 150 Zuschauern – zu einer höchst delikaten Angelegenheit. 138 Sekunden vor dem Schlusspfiff lagen die Urner, nach einer beeindruckenden Aufholjagd, mit einer Länge voraus. Doch zwei schwer nachvollziehbare Spielleiterentscheide sowie eigenes Unvermögen verhinderten schliesslich mindestens einen Teilerfolg.

Nach den weiteren Samstagsspielen (Kadetten-Espoirs Schaffhausen – Yellow/Pfadi Winterthur 27:24, Zofingen – Suhr/Aarau 19:30, Steffisburg – STV Baden 24:14, Wädenswil – Birsfelden 32:32, Horgen – Endingen 20:31, Pilatus/Luzern – Möhlin 26:28) liegt der HC KTV Altdorf als drittbest Rangierter der vergangenen NLB-Saison jetzt auf dem ungemütlichen drittletzten Tabellenplatz, zusammen mit Zofingen (je 2 Punkte) und dem zählerlosen Pilatus Luzern. An der Ranglistensitze figurieren verlustpunktelos Suhr/Aarau und Endingen (je 10), vor den Kadetten-Espoirs Schaffhausen sowie Siggenthal (je 8).

11:11 zur Pause

Keine der beiden Mannschaften wirkte zum Auftakt besonders effizient. Das 1:0 der Platzherren hatte mehr als 6 Minuten Bestand, nachdem altdorferischerseits auch Marius Kasmauskas eine Siebenmeterchance versiebt hatte. Erst KTV-Spieleretrainer Mario Obad löste auf Urner Seite den Bann (1:1, 6.31), und Marko Koljanin sowie Fabian Auf der Maur doppelten nach. Keinem Team gelang es bis zur Pause (11:11), mit mehr als je einem Tor Unterschied in Front zu ziehen. Pech für den HC KTV Altdorf war, dass noch während der ersten Halbzeit Marc Fallegger erneut verletzungsbedingt ausfiel.

Sehenswerter Zwischenspurt der Gastgeber

In der Folge gelang es den Aargauern, sich erstmals mit drei Längen in Vorsprung zu schiessen. Nach 40 Minuten führten sie mit 18:14, dreieinhalb Minuten später gar 21:15. Mit einem sehenswerten Zwischenspurt gelang es den Innerschweizern, in der Folge Schritt um Schritt verlorenes Terrain zurückzuerobern und bis zur 50. Minute den Gleichstand zu bewerkstelligen (22:22, Mario Obad). Dreieinhalb Minuten vor Spielende donnerte Marco Koljanin seine Farben in Front (27:26), um später das 28:27 zu markieren. Einem echten Tohuwabohu glich die Schlussphase der Begegnung. Das 28:28 fiel 45 Sekunden vor dem letzten Sirenenton. In der Folge orderte der HC KTV Altdorf ein Timeout. Nur Augenblicke nach Wiederaufnahme der Begegnung ahndeten die Unparteiischen Brianza/Ryter - derart postwendend gepfiffen durchaus unüblich - ein angebliches Zeitspiel der Urner mit fatalen Folgen. Sie bestraften ausserdem eine klare Foulaktion der Platzherren nicht. Selbst unvoreingenommene Matchbesucher stuften diese als „tausendprozentig“ ein... Das Ganze führte prompt zum 29. Treffer der Siggenthaler. Die zwölf verbleibenden Spielsekunden reichten den Innerschweizern schliesslich nicht mehr dazu aus, wenigstens den (eigentlich verdienten) Ausgleich zu bewerkstelligen.

Gute Noten für kämpferischen Einsatz und Abwehrleistung

Bezüglich kämpferischer Einstellung und defensiven Verhaltens war Headcoach Dani Lussi mit seiner Mannschaft durchaus zufrieden, rügte indessen die über die ganze Spieldauer hinweg gezählten 16 verlorenen Bälle, aus sogenannt „freistehenden“ Aktionen heraus entstanden, als „höchst unzulänglich“.

Altdorferischerseits waren Marko Koljanin mit 8 sowie Ivan Fallegger, Tizian Dossenbach sowie Mario Obad je 4 Treffern die erfolgreichsten Skorer ihres Teams. Die beste Abschlusserfolgsquote wies Yannick Drollinger (100 Prozent) vor Tizian Dossenbach (66) und Ivan Fallegger (57) aus. Keeper Marcel Luthiger wehrte im Tor 38 Prozent der Siggenthaler Geschosse ab – sein Kollege Nicolas Stocker kam auf 13 Prozent.

Am Mittwoch bestreitet der HC KTV Altdorf den Schweizer Cupeinsatz gegen Borba (2. Liga) in Luzern, um am kommenden Sonntag erneut auswärts anzutreten. Er trifft auf Birsfelden, das nach fünf NLB-Einsätzen und drei eroberten Zählern ebenfalls nicht auf Rosen gebettet ist.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker, Jan Dittli; Michael Bissig, Marius Kasmauskas (1), Dave Zürcher, Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger (1), Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (3), Tizian Dossenbach (4), Yannick Drollinger (3), Mario Obad (4), Marko Koljanin (8).

 

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