Sonntag, 25 Oktober 2015 00:00

Die Mär vom Hornissenschwarm

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STV Baden – HC KTV Altdorf 30:22

Höhenflug der Urner abrupt gestoppt. Jetzt werden am spielfreien nächsten Wochenende die Wunden geleckt.

obad mario 7x gegen badenEigentlich war erwartet worden, dass die Altdorfer aus Baden Punkte entführen würden. Dies umso mehr, als die Gastgeber verlauten liessen, bislang noch nicht richtig ins neue Championat gefunden zu haben und unter ihrem Wert geschlagen worden zu sein. Diese Einschätzungen widerlegten die Aargauer am Samstagabend gleich selber aufs Gründlichste. Sie warteten mit einer mehrheitlich geschlossenen Leistung auf, welche offensichtlich auch die vereinseigenen Auguren ins Schwärmen versetzte. Sie sahen den STV „von einer völlig anderen Seite“, wie sie im Rahmen der Matchanalyse von sich verlauten liessen. Und weiter: „Unser Kollektiv machte den hochkarätigen Urnern das Leben schwer – es trat wie ein Hornissenschwarm auf und zelebrierte recht eigentlich sehr guten Handballsport, wie er eigentlich vor Meisterschaftsbeginn erhofft worden war“.

Verpatzter Auftakt der Urner

Obige Aussagen müssen indessen zumindest etwas relativiert werden. So wirkte die KTV-Deckung alles andere als unwiderstehlich, schnitzerte immer wieder und sah sich schon nach gut acht Minuten mit 1:5 ins Hintertreffen manövriert respektive brachte es fertig, bis zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Treffer aus dem Spiel heraus realisiert zu haben: Das einzige Tor markierte vorderhand Altdorfs Spielertrainer Mario Obad mittels Penalty. Dank einer zusehends besser werdenden Effizienz im Angriff gelang es den Urnern in der Folge, Terrain gut zu machen. Nach 20 Minuten hatten sie auf 6:5 verkürzt, um zur Pause nur mit zwei Längen in Verzug zu liegen (13:11 für die Aargauer). Die elf erzielten Treffer bildeten für die Innerschweizer keine besondere Ruhmeskarte, auch wenn sich die gegnerische Defensive immer wieder zu profilieren verstand, angeführt von einem stupenden Schlussmann (Marco Wyss). Er liess sich während der ganzen Spielzeit eine stolze vierzigprozentige Abwehr-Erfolgsquote attestieren. Auf der Gegenseite vermochte Marcel Luthiger keine Zeichen zu setzen, um kurz vor dem Tee entnervt Jan Dittli Platz zu machen. Dieser liess sich in der Folge eine gute 30-Prozent-Erfolgsquote bescheinigen.

Im Angriff wirkte Kanonier Marko Koljanin relativ blass. Er traf - bei 13 Versuchen - nur viermal ins Volle. Dazu bleibt anzumerken, dass er mehrmals bös gefoult wurde, doch klar fällige 2-Minuten-Verdikte seitens der Unparteiischen blieben unbegreiflicherweise immer wieder aus. Anderseits war Spielertrainer Mario Obad für sieben Tore besorgt.

Wie Koljanin durfte sich Ivan Fallegger viermal als Skorer feiern lassen. Hundertprozentige Abschlusserfolgsquoten realisierten Fabian Auf der Maur und Tizian Dossenbach (2/2). A propos Erfolgstorschützen: Bei Baden traf Florian Legoll, der vom HC KTV Altdorf kaum je wirkungsvoll an die Leine gelegt werden konnte, achtmal - bei neun Versuchen...

Doch zurück zum Spielgeschehen: Altdorf schloss gleich nach dem Tee bis eine Länge zu den Aargauern auf, um nach 42 Minuten wieder deutlich zurück zu liegen (16:20). Sechs Minuten vor dem Abpfiff schöpften die Urner nochmals Hoffnung (22:24), um sich danach jedoch definitiv ins Abseits drängen respektiv den Vorwärtsgang nicht eingeschaltet zu lassen. „Heute ist kaum einer auf seine Normalform gekommen. Wir fanden gegen die Badener Offensivverteidigung kein Rezept. Am Schluss gaben unsere Akteure den Glauben an sich unbegreiflicherweise auf – vier kassierte Gegenstosstreffer legten Zeugnis davon ab“, resümierte KTV-Headcoach Dani Lussi konsterniert.

Übrige Resultate und Tabelle

Die weiteren Ergebnisse der NLB-Meisterschaft vom Wochenende: Steffisburg – Pilatus/Luzern 32:24, Zofingen – Wädenswil 32:27, Yellow/Pfadi Winterthur - Birsfelden 27:29, Horgen – Möhlin 31:34, Endingen – Kadetten/Espoirs Schaffhausen 33:32, Suhr/Aarau – Siggenthal 36:24.

In der NLB-Tabelle führen (nach acht von 26 Runden) weiterhin ohne Punktverlust Endingen sowie Suhr/Aarau (je 16 Punkte). Es folgen: 3. Siggenthal (12), 4. Kadetten/Espoirs Schaffhausen und Horgen (je 10), 6. Möhlin (9), 7. Steffisburg (8), 8. Baden (7), 9. Birsfelden und Altdorf (je 6), 11. Zofingen (4), 12. Yellow/Pfadi Winterthur sowie Wädenswil (je 3), 14. Pilatus/Luzern (2).

Nun bleibt zu hoffen, dass sich der HC KTV Altdorf am Dienstagabend im Rahmen des Schweizer-Cup-Sechzehntelsfinals in Stans (Anspielzeit in der Eichlihalle: 20.15 Uhr) wieder während 60 Minuten seiner Qualitäten besinnt und beim „Underdog“ (Leader in der 1.-Liga-Gruppe allerdings...) für die Achtelfinals qualifiziert.

Am kommenden Wochenende ruht der NLB-Meisterschaftsbetrieb. Acht Tage später (am 7. November) gastiert 1.-Liga-Aufsteiger Wädenswil beim HC KTV Altdorf.

 

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