Sonntag, 08 November 2015 00:00

Das war nicht das Gelbe vom Ei...

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Altdorf – Wädenswil 31:33

Einen schlechten Tag zog der KTV-Trupp vor 400 Zuschauern in der Feldliarena ein. Fazit: unnötige Niederlage und keine Äufnung des Zählerkontos.

obadmario wädens filteredGrübeln über zwei unbedarft verscherzte Punkte bringt erfahrungsgemäss wenig. Doch bezüglich der Mutmassungen, die einen mehrheitlich schwachen HC KTV Altdorf zu Werke gehen sahen, könnten immerhin deren zwei in den Vordergrund gerückt respektive entsprechende Fragen aufgeworfen werden: War es der Ausfall des erkrankten Marius Kasmauskas, der das Teamgefüge auseinanderdriften liess (was ja eigentlich gar nicht der Fall sein dürfte) oder ganz einfach eine gewisse Portion Überheblichkeit, gegen den bislang Tabellenvorletzten keine hundertprozentige Leistung in die Waagschale werfen zu müssen? Die Antwort weiss nur der Wind. Aber wer – wie der HC KTV Altdorf am Samstagabend – 19 (in Worten neunzehn...) hundertprozentige Chancen versiebt und 13 (dreizehn...) technische Fehler begeht, darf sich einfach nicht wundern, wenn programmierte Punkte bachab schwimmen. Jammern ist müssig. Vielmehr muss leistungsmässig dringend Remedur geschaffen werden und insbesondere an der Verbesserung der Chancenauswertung hart gearbeitet werden. Doch was erklärte Headcoach Dani Lussi nach dem verlorenen Match? „Der Gegner hat den Sieg nicht gestohlen, er tat ganz einfach mehr fürs Spiel.“

Die „Hand Gottes“

zürcherdav wädenswil filteredDer gewiefte Sportfreund erinnert sich an eine Begebenheit, die sich im Rahmen der Fussball-Weltmeisterschaften im Jahre 1986 zugetragen hatte. Als das legendäre Schlitzohr Diego Maradona ein Tor unter Zuhilfenahme seiner Hand (sanktionslos) erzielt hatte, ging das geflügelte Wort der „Hand Gottes“ um den Globus. Als nun ein Offizieller der Wädenswiler am Samstag vor dem Zeitnehmertisch kolportierte, sein Team habe ebenfalls „ausserirdische“ Kräfte mobilisiert, war natürlich männiglich darauf gespannt zu erfahren, was es damit genau auf sich hatte. Des Rätsels Lösung: Es waren offenbar tatsächlich Kontakte zu Generalvikar Martin Kopp sowie dem auf der wäd filteredPfarrherrn aus Schattdorf, German Betschart, geknüpft worden – beide früher aufgrund ihrer seelsorgerischen Tätigkeiten eng mit Wädenswil verbunden –, dies mit der Bitte, beim Allmächtigen eine Fürbitte einzubringen, dem Sieg der Zürcher zu Gevatter zu stehen. „Es geht uns ganz einfach darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, den Abstieg unseres Teams zu verhindern“, gab der Offizielle mit einem Augenzwinkern zu Protokoll, dabei nur so ganz beiläufig von der erwähnten „Hand Gottes“ Maradonas zu sprechen... Wie sagte doch der Erzähler eines Märchens vom klugen Schneiderlein (Gebrüder Grimm)? „Wers nicht glaubt, zahlt einen Taler...“

Doch zurück zum Geschehen auf dem Handballfeld. Der HC KTV Altdorf tat sich vorweg mit der offensiv angelegten Abwehr der Wädenswiler und den effizient vorgetragenen Angriffen der Gäste schon vom Anpfiff an sichtlich schwer. Die (zu) häufigen Ballverluste der Einheimischen quittierten die Besucher regelmässig mit blitzschnell vorgetragenen Konterattacken. Altdorfs Deckung sah sich immer wieder ausgepunktet.

Zum Spielverlauf

fall mar wäd filteredDer HC KTV Altdorf lag bis zur 20. Minute mehrheitlich im Rückstand, ehe dann Marko Koljanin, Fabian Auf der Maur und Dave Zürcher einen Zwei-Tore-Vorsprung für das Heimteam herauszuwirtschaften vermochten und den Bann zu brechen schienen. Doch nichts da: Bis zum Pausenpfiff waren die vorübergehend in Unterzahl agierenden Zürcher wieder für den Gleichstand (15:15) besorgt.

Die Anmahnungen von Spielertrainer Mario Obad (mit neun Treffern an diesem Abend auch klar erfolgreichster Skorer) und Headcoach Daniel Lussi, während der zweiten halben Stunde konzentrierter zu agieren und in der Deckung konsequenter zu arbeiten, wurden vom KTV-Kollektiv nur bedingt nachvollzogen. Immerhin vermochte auch der zwischenzeitlich zwischen die Pfosten beorderte Jan Dittli mit einigen Topparaden sein Team vor dem Ärgsten zu verschonen. Als das Skore nach 50 Minuten bei 26:26 stand, tat sich – wie sich nachträglich herausstellte – Vorentscheidendes. Ein rüdes Foul an Ivan Fallegger am Wädenswiler Kreis ahndeten die Unparteiischen nicht, massen auf der Gegenseite dann aber gleich zweimal mit völlig ungleichen Ellen. Prompt resultierte daraus das 26:28. Alarmstufe eins war damit im KTV-Lager definitiv ausgelöst, zumal auch der Drei-Schritte-Regel, bei einer Wädenswiler Aktion, seitens der Refs keinerlei Nachachtung verschafft worden war. Beim Stande von 28:31 versuchten die Altdorfer, der Partie noch eine Wende zu verleihen – umsonst. Die clever zur Sache gehenden Zürcher verteidigten das eroberte Terrain bis zuletzt erfolgreich, nachdem die Platzherren auch das Kunststück fertig brachten, mit einem Konter (unglaublicher Ballverlust beim Stand: von 30:32) nicht zu reüssieren, dafür Wädenswil indessen im Gegenzug kaltschnäuzig das 30:33 realisierte. Fabian Auf der Maurs abschliessendes 31:33 kam zu spät, um noch etwas Entscheidendes bewirken zu können.

Nachdem über das Wochenende nur noch die Partie Siggenthal – Endingen (24:31) ausgetragen wurde, präsentiert sich die „heisse Zone“ am Tabellenende nun wie folgt: 10. Altdorf (9/6), 11. Wädenswil (9/5), 12. Zofingen (8/4), 13. Yellow/Pfadi Winterthur (9/4), 14. Pilatus/Luzern (8/2). – Am kommenden Samstag empfängt der HC KTV Altdorf in der Feldliarena den (noch verlustpunktelosen) Tabellenzweiten HSC Suhr/Aarau (19 (!) Uhr, Feldliarena).

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Michael Bissig, Dave Zürcher (1), Ivan Fallegger (4), Cyril Keller, Marc Fallegger (3), Joy Gisler, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (4), Tizian Dossenbach (4), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (9), Marko Koljanin (5).

 

Gelesen 1029 mal Letzte Änderung am Sonntag, 08 November 2015 21:20