Sonntag, 15 November 2015 00:00

Sensation: Leader respektlos vom Podest gestossen

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HC KTV Altdorf – HSC Suhr/Aarau 30:27

Urner warteten gegen den bisher verlustpunktelosen Leader mit der besten Saisonleistung auf. Marko Koljanin Topskorer mit 12 Treffern.

kassuhDie Aargauer waren mit dem allgemein als bestdotierten (und breitesten) Kader in die neue NLB-Saison gestartet. Und wurden den erteilten Vorschusslorbeeren bislang gerecht. Nach acht Runden zierten sie verlustpunktelos die Zwischenrangliste. Nun weilten sie am Samstagabend in der Feldliarena zu Gast. Über 300 Kiebitze waren gekommen, um sich die angekündigte Schau nicht entgehen zu lassen. Der HC KTV Altdorf rehabilitierte sich für die acht Tage zuvor kassierte peinliche Niederlage gegen Wädenswil in allen Belangen. Die Truppe von Spielertrainer Mario Obad und Headcoach Dani Lussi lieferte einen begeisternden Fight, den beeindruckendsten im Verlaufe der noch jungen Saison, ab. Sie startete fulminant, zeigte vor grossen Namen keinerlei Respekt und reduzierte die vorgängig immer wieder viel zu hohe Quoten an technischen Unzulänglichkeiten und versiebten hundertprozentigen Chancen signifikant. Kam hinzu, dass die Aargauer unter dem Zepter von Cheftrainer Markus Jud die Innerschweizer mit einiger Sicherheit etwas unterschätzt hatten. Doch zurück zu den Gastgebern: Sie zeigten sich vor der viel zitierten Übermacht der Besucher alles andere als beeindruckt, entwickelten vom Anpfiff weg viel Druck, Zug aufs gegnerische Tor und Ideenvielfalt. Einmal mehr blitzten immer wieder die Fähigkeiten der beiden Kroaten Mario Obad (Spielertrainer) sowie Topskorer Marco Koljanin auf, der gleich ein volles Dutzend Mal ins Volle traf und sich auch den ihm im Verlaufe der Partie geschenkten Spezialbewachungsaktionen immer wieder zu entziehen vermochte.

Vorübergehende Drei-Tore-Führung

koljanin aarau filteredEs war der infolge Krankheit acht Tage zuvor pausierende, jetzt aber wieder topfit wirkende Marius Kasmauskas, der das Auftaktzeichen setzte. Obad und Koljanin doppelten nach. Später lautete das Skore 6:6 und 8:8. Danach liessen Koljanin, Kasmauskas und Obad die Drei-Tore-Führung (11:8) ihrer Truppe – unter den verdienten Ovationen des Heimpublikums – Tatsache werden. Der KTV überzeugte bis zur Pause als Kollektiv und entwickelte viel Spielleidenschaft, liess sich durch gegnerische Treffer nicht sonderlich irritieren (ein Verdienst der kompakt wirkenden Abwehr, mit einem immer wieder überzeugenden Marcel Luthiger im Kasten), um nach Ablauf der ersten Halbzeit mit 15:13 in Front zu liegen.

Gleichstand nach 44 Minuten

Suhr/Aarau war in der Folge drauf und dran, der Partie die angestrebte Wende zu verleihen, dabei immer wieder von seinem „Leitwolf“ Mischa Kaufmann (elf Treffer insgesamt) und den beiden Toppers Kubaljia (7) und Josic (5) profitierend. Eine gute Viertelstunde vor Spielschluss hatten die Gäste ausgeglichen (20:20). Die Altdorfer liessen sich deswegen nicht entmutigen. Sie blieben ihrem eingeschlagenen System treu und vermochten sich bis zur 56. Minute wieder mit drei Längen abzusetzen (27:24). Suhr/Aarau gelang es in der Folge nicht mehr, zu reagieren. Zweimal Marius Kasmauskas sowie Ivan Fallegger waren schliesslich für die angestrebte „30“ zuständig, während Marcel Luthiger seinerseits zweimal mit Sondereinlagen beeindruckte. Interessantes Detail: Altdorf hatte zwei, Suhr/Aarau fünf Zeitstrafen zu verkraften. Um gleich bei den Statistiken zu verbleiben: Dave Zürcher und Yannick Drollinger verzeichneten je hundertprozentige Abschlusserfolgsquoten, Marko Koljanin 92, Fabian Auf der Maur und Tizian Dossenbach 60, Marius Kasmauskas 57, Mario Obad und Ivan Fallegger je 50. Marcel Luthiger parierte neun von 34 Geschossen.

Stimmen zum Spiel, Resultate, Tabelle, nächste Einsätze

marccaptaarschirisKTV-Headcoach Dani Lussi: „Wille und viel Disziplin prägten die Partie unsererseits. Das Team glaubte stets an seine Fähigkeiten. Es verdient ein vorbehaltloses Kompliment.“

HSC-Cheftrainer Markus Jud: „Altdorf überzeugte als Kollektiv, das sich die Sensation stets vor Augen hielt. Es blieb seiner Linie bis zuletzt treu. Negativ machten sich bei uns erwartungsgemäss die verletzungsbedingten Ausfälle von Martin Prachar sowie Lukas Strebel bemerkbar.“

Die weiteren NLB-Resultate des Wochenendes: Pilatus/Luzern – Espoirs/Schaffhausen 31:31, Wädenswil – Steffisburg 30:33, Horgen – Birsfelden 35:28, Möhlin – Zofingen 36:20, Yellow-Pfadi/Winterthur 25:32. – Das Klassement: 1. Endingen (10/19), 2. Suhr/Aarau (9/16), 3. Horgen und Siggenthal (je 9/12), 5. Espoirs/Schaffhausen und Möhlin (je 9/11), 7. Steffisburg (9/10), 8. Baden (9/9), 9.Altdorf (10/8), 10. Birsfelden (9/6), 11. Wädenswil (10/5), 12. Zofingen (9/4), 13. Yellow/Pfadi Winterhur (10/4), 14. Pilatus/Luzern (3).

Am Samstag, 22. November, tritt der HC KTV Altdorf in Endingen, am 29. November in Luzern gegen Pilatus/Luzern, am 12. Dezember in Möhlin an. Der nächste Heimfight der Urner steht am 19. Dezember gegen Horgen bevor.

Altdorf spielte mit; Marcel Luthiger, Jan Dittli; Marius Kasmauskas (4), Dave Zürcher (1), Ivan Fallegger (1), Marc Fallegger, Joy Gisler, Flavio Fallegger, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (3), Tizian Dossenbach (3), Yannik Drollinger (1), Mario Obad (5), Marko Koljanin (12).

Gelesen 980 mal Letzte Änderung am Sonntag, 15 November 2015 19:45