Sonntag, 13 Dezember 2015 00:00

Von der Verletzungshexe arg gebeutelt

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HC KTV Altdorf – Handball Emmen 18:27

Im Rahmen der letzten Qualifikationsrundenpartie lieferten die Altdorferinnen einen beherzten Fight ab. Jetzt heisst es sich aber im Abstiegsfight zu bewähren.

Lauener 9x Emm filteredWas sich schon seit längerer Zeit abzeichnete, ist Tatsache geworden: Der Altdorfer 2.-Liga-Damenhandball sieht sich mit etwelchen Problemen konfrontiert. Das vormals stolze Nati-B-Flaggschiff ist jedenfalls in recht seichtes Fahrwasser abgedriftet. Der Gründe sind da einige: Zum einen ist das Kader schmal, die Leistungen sind durchzogen, einige Talente anderweitig beschäftigt: Noemi Gisler mit Nationalliga-Doppellizenz (LK Zug), hoffnungsvolle Nachwuchsspielerinnen agieren anderseits mit der SG Altdorf/Stans in der schweizerischen FU17-Eliteklasse. Ausserdem schwächten Verletzungen den HC KTV Altdorf im Rahmen der Qualifikationsrunde. Zuversichtlich stimmen anderseits die engagierten Juniorinnen: Das FU15-Team beispielsweise grüsst von der Ranglistenspitze und lässt für die Zukunft einiges erhoffen.

Definitive Relegation droht

DamFunkWallkerJennliBereits im Rahmen der ersten neun Spiele in der (einfachen) Qualifikationstour gelang es dem KTV-Kollektiv nicht, sich in der Zehnergruppe unter den ersten sechs 2.-Liga-Teams zu etablieren. An dieser Tatsache hätte übrigens auch ein Sieg am Samstag gegen Handball Emmen nichts zu ändern vermocht. Im Klartext heisst es aufgrund der Neuausrichtung, verfügt vom schweizerischen Dachverband im Sektor Damenhandball im Hinblick auf die kommende Saison, dass die erstrangierten Teams aus Emmen (15 Punkte), Hochdorf (14), Willisau (14), LK Zug (12), Kriens (10) sowie Borba/Luzern (7) die Aufstiegspoule um den einzigen freien Platz im Oberhaus bestreiten dürfen. Anderseits werden die vier 2.-Liga-„Kellerkinder“ Malters/Menznau (5), BSV Stans (5), HC KTV Altdorf (4) sowie die Mythen-Shooters (2) zusammen mit den drei besten Teams der 3.-Liga-Meisterschaft um den einzigen, durch das aufgezeigte Zukunftsszenario noch freien 2.-Liga-Platz (Meisterschaft 2016/17) in einer Doppelrunde (zwölf Spiele ab Januar 2016) zur Sache gehen. Aus der Optik des HC KTV Altdorf eine höchst schwierige Mission, da fatalerweise auch Langzeit-Verletzungen (etwa seitens Topskorerin Mirjam Arnold) zu beklagen sind.

Drei-Tore-Pausenrückstand

ZUrfluJani filteredDer HC KTV Altdorf geriet am Samstagnachmittag gegen Handball Emmen (ohne Noemi Gisler und Mirjam Arnold antretend) schon in den ersten acht Minuten mit 0:4 ins Hintertreffen. Isabelle Lauener war mittels Penalty für das erste Erfolgserlebnis ihrer Truppe besorgt. Dank Toren von Janine Zurfluh und Seline Schuler lautete das Skore nach der ersten Viertelstunde 6:3 zugunsten der alles in allem agiler und konzentrierter wirkenden Luzernerinnen. Auf Seite der Gastgeberinnen traten zu viele technische Mängel und Ballverluste auf. Verletzungspech (Alissa Pedroncelli sowie Keeperin Luzia Briker fielen vorübergehend aus (im Verlaufe des zweiten Spielabschnittes sahen sich die Altdorferinnen dann durch eine infolge Fussverletzung ausscheidende Stephanie Gisler zusätzlich handicapiert. So hatte der Drei-Tore-Rückstand der Altdorferinnen zur Pause weiterhin Bestand (11:8 für Emmen).

Aufholjagd blieb Wunschdenken

Emmen hatte die zweite Halbzeit in Unterzahl (Zeitstrafe) in Angriff zu nehmen. Prompt verkürzte Isabelle Lauener (an diesem Spieltag mit neun sehenswerten Treffern, darunter vier verwandelte Penaltys, effizienteste KTV-Akteurin auf dem Feld) mit einem Konter auf 13:11. Mit zunehmender Spieldauer erhöhten die Gäste ihren Vorsprung in der Folge (19:14, 45. Minute;). Die sehenswerte Leistungssteigerung der Urnerinnen liess einen Erfolg indessen wieder etwas näher rücken (20:17 und 21:18), dies nach einem durch Coach Mirko Funke angeforderten Timeout. Nachdem die zwischenzeitlich wieder ins Tor zurückgekehrte Luzia Briker einen Penalty magistral pariert hatte, war es aber um die KTV-Gegenwehr definitiv geschehen. Emmen nützte gegnerische Schwächen gleich mehrmals mit Gegenstossaktionen resolut aus, um bis zum Abpfiff mit neun Längen Vorsprung zu Buche zu stehen. Coach Mirko Funke attestierte seiner Formation für die gezeigte Fleissleistung (nur mit zwei zur Verfügung stehenden Auswechsel-Feldspielerinnen und einer Ersatzhüterin angetreten) wohlverdiente Anerkennung. Aber die ganze Vorstellung war halt ganz einfach zu unkonstant respektive zu schwach, um definitiv am Lack der Luzernerinnen, die auch spielerisch einiges boten und mit einem breiten Kader aufmarschiert waren und nicht von ungefähr an der Tabellenspitze angesiedelt sind, kratzen zu können.

Altdorf spielte mit: Luzia Briker, Elena Müller; Nicole Blättler, Stephanie Gisler (1), Isabelle Lauener (9), Alissa Pedroncelli (1), Seline Schuler (3), Jenny Walker, Lea Zgraggen (1), Janine Zurfluh (3).

 

Gelesen 1284 mal Letzte Änderung am Sonntag, 13 Dezember 2015 17:18