Sonntag, 13 Dezember 2015 00:00

Klare Favoriten vom Podest geholt

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TV Möhlin – HC KTV Altdorf 21:23

Viele Fans der Urner rieben sich nach 60 Minuten mehr oder weniger verwundert die Augen: Ihr Team holte dank stupender Abwehrleistung beide Punkte ab.

Sieg in Möhlin mit2In der nigelnagel neuen Steinli-Halle – „ein Bijou ihrer Art, auch was die Lichtverhältnisse betrifft“, wie der Urner Head-Coach Dani Lussi schwärmte – war der HC KTV Altdorf aufgrund des bisherigen Meisterschaftsverlaufes, vor über 500 Kiebitzen, als klarer Underdog gehandelt worden. Zumal die Gastgeber hinter den beiden Leaderformationen Suhr/Aarau und Endingen von der dritten Position des Zwischenklassementes grüssten und zu neuen Höhenflügen rüsteten, nachdem mit Trainer Zoltan Kordas unlängst ein weiterer Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet worden war.

Verdienst des ganzen Innerschweizer Kollektivs

Wenn die Urner schliesslich den Sieg in den Gotthardkanton entführten, so war dies ein Verdienst der ganzen Equipe, vorweg aber der stupend und hochkonzentriert zur Sache gehenden Abwehr. Diese musste umfunktioniert werden, nachdem Hüne Kevin Ledermann für einige Monate über das grosse Wasser gezogen ist und dem Team dadurch bis auf Weiteres fehlt. Spielertrainer Mario Obad und Headcoach Dani Lussi ordneten ihre Deckung nun nach neuen Gesichtspunkten (5:1): Ivan Fallegger vorgestellt, dahinter eine kompakt agierende Abwehrkette. Ersterer verstand es in Möhlin hervorragend, die gegnerische Kanoniernummer eins, Marcus Hock - knapp die NLB-Nummer drei, mit durchschnittlich 7,5 Toren pro bestrittener Partie, unmittelbar vor dem Altdorfer Marco Koljanin (7,7, eine Partie weniger absolviert) etabliert - zu entzaubern respektive vom Parkett zu verbannen, wie es überspitzt zu formulieren wäre. Hock traf aus dem Spiel heraus nur einmal ins Volle, sein zweiter Erfolg kam nach einen verwerteten Penalty zustande. Der gegnerische Trainer war mit der Leistung seiner Truppe rückblickend nicht vorbehaltlos zufrieden, zumal der TVM kaum auf das erwartete Rendement zu kommen vermochte.

Luthis grossartige Penaltyabwehrparade

Dem Erfolg des HC KTV Altdorf - von Physiotherapeut Koen Haelters optimal vorbereitet - stand in der Schlussphase primär Keeper Marcel Luthiger (er gedenkt nach der Meisterschaft 2015/16 seine Handballschuhe definitiv an den berühmten Nagel hängen zu wollen) zu Gevatter, nachdem er bereits vorgängig rund ein Dutzend generische „Hundertprozentige“ neutralisiert gehabt hatte. Beim Stande von 22:21 für den KTV-Trupp parierte Luthi ein Penaltygeschoss Hocks respektlos. Und als dann Superskorer Marko Koljanin (insgesamt 8 Treffer) 104 Sekunden vor dem letzten Sirenenton den Ball zum 23. Mal im Netz der Nordschweizer versorgt hatte, war der Mist definitiv geführt, denn ein vom TVM-Trainer geordertes Timeout trug keine Früchte mehr – Altdorfs Sieg war dadurch definitiv in Stein gemeisselt. Der Erfolg der Urschweizer war umso beeindruckender, nachdem von der Standardtruppe nebst Kevin Ledermann auch noch Marius Kasmauskas (verletzt) und Joy Gisler (Prüfungen) gefehlt hatten. Sehr zur Genugtuung der Teamchefs Lussi und Obad: Sie attestierten ihrem Kollektiv, weitgehend das Optimum ihrer Möglichkeiten abgerufen zu haben.

Aus dem weiteren Spielverlauf

Den ersten Treffer der Partie erzielte für sein Team Spielertrainer Mario Obad. In der Folge schien einem Sieg Möhlins kaum etwas im Weg zu stehen. So führten die Fricktaler nach 20 Minuten mit 8:6. Doch Marko Koljanin und Marc Fallegger besorgten den Gleichstand, ehe Marc Fallegger, Marko Koljanin und Yannick Drollinger ihre Farben gleich mit drei Längen (11:8) in Front schossen. Nachdem die Seiten beim Stande von 12:9 zugunsten der Innerschweizer gewechselt worden waren, gaben die Aargauer Gegensteuer, um zweimal das Zepter an sich zu reissen (19:17, 48. Minute - 21:19, 53. Minute). Darauf war der Ofen der Gastgeber indessen vorzeitig aus: Der TVM vermochte keinen einzigen Ball in Luthigers Gehäuse mehr zu platzieren. Vielmehr war es Dave Zürcher, der die Generaloffensive seiner Mannschaft einläutete (22:21) und Marko Koljanin den 23. Treffer markierte. Die höchsten Erfolgsquoten in den Reihen der Altdorfer wiesen in der Manöverbilanz Yannick Drollinger (100 Prozent) und Marc Fallegger (80) auf. Hinter Marko Koljanin (8) erwiesen sich die Gebrüder Marc und Ivan Fallegger, ferner Mario Obad (je viermal) als KTV-Stürmer mit den besten Torriechern.

Die weiteren Resultate der letzten NLB-Vorrundeneinsätze (13 Spiele): Baden - Pilatus/Luzern 25:20, Zofingen - Kadetten-Espoirs/Schaffhausen 18:34, Horgen - Siggenthal 35:30, Steffisburg - Birsfelden 27:27, Wädenswil - Yellow-Pfadi/Winterthur 24:26, Suhr/Aarau - Endingen 29:28.

Das NLB-Klassement nach der Vorrunde: 1. Suhr/Aarau (23 Punkte), 2. Endingen (21), 3 Kadetten-Espoirs/Schaffhausen (17), 4. Horgen (16), 5. Möhlin (16), 6. Steffisburg (15), 7. Siggenthal (14), 8. Baden (13), 9. Altdorf (12), 10. Birsfelden (9), 11. Wädenswil (7), 12. Yellow-Pfadi/Winterthur (6), 13. Zofingen (6), 14. Pilatus/Luzern (5).

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Marc Vollenweider, Michael Bissig, Dave Zürcher (1), Ivan Fallegger (4), Cyril Keller, Marc Fallegger (4), Flavio Fallegger, Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach, Yannick Drollinger (2), Mario Obad (4), Marko Koljanin (8).

 

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