Montag, 21 Dezember 2015 00:00

Revanche nach turbulentem Finale geglückt

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 HC KTV Altdorf - SG Horgen 27:24

Verdienter Sieg cleverer Urner. Zürcher Seebuben sorgten in der Schlussphase indessen für etwelche Hektik.

häuslerhorg filteredAm Samstagabend war der HC KTV Altdorf zur letzten Meisterschaftspartie im zu Ende gehenden Jahr, und vor der mehrwöchigen Punktewettkampfpause, in der Feldliarena vor rund 300 Zuschauern eingelaufen, um sich für die happige Vorrundenniederlage (27:36) gegen die SG Horgen zu revanchieren zu versuchen. Die Platzherren mussten dabei auf den weiterhin verletzten Marius Kasmauskas (Zerrung im Aduktorenbereich), die Zürcher (als sogenanntes Farmteam) auf drei Akteure, welche ein Aufgebot im gleichzeitig spielenden NLA-Kollektiv GC/Amicitia Zürich erhalten hatten, verzichten. Die Begegnung bot attraktiven, wettkampfbetonten Handballsport, welcher das Publikum immer wieder von den Sitzen zu reissen kasmauskasMarius Hovermochte, den festen Vorsatz der Urner, den Gästen beide Punkte zu entreissen, Realität werden liess sowie beste Propaganda im Hinblick auf den Dienstagabend-Schweizer-Cup-Achtelsfinal gegen St. Otmar St. Gallen (20.15 Uhr, Feldliarena) bot.

Altdorfer Dominanz in der ersten Halbzeit

Bereits die ersten zehn Minuten standen mehrheitlich im Zeichen der Platzherren. Sie agierten – wie schon gegen Möhlin – erneut mit einer 5:1-Abwehr. Sie bewährte sich bestens. Spielertrainer Mario Obad, Fabian Auf der Maur, Marko Koljanin (je zweimal), ferner Jannick Drollinger schossen ihre Farben bis zum Ablauf der Auftaktviertelstunde mit 7:4 in Front. Koljanin war mit einem Gewaltshammer gar dafür besorgt, dass das Tornetz durchlöchert wurde und repariert werden musste... (Dieser Treffer des KTV-Topskorers war zunächst von den Schiedsrichtern nicht validiert, sondern erst gutgeheissen worden, nachdem Horgens Trainer Alex Milosevic sich am Zeitnehmertisch gemeldet hatte und eingestand, dass der Ball völlig normal im Kasten - und nicht etwa via defektes Seitennetz dort gelandet war -  eine tolle Geste Milosevics). Fünf Minuten später lag der KTV mit 9:5 voraus, nachdem der wiederum top aufgelegte, 32-jährige Zerberus Marcel Luthiger gleich zwei Penaltybälle genial pariert hatte. Altdorf führte bis zu diesem Zeitpunkt technisch die feinere Klinge, während die SG Horgen gegen den kompakt wirkenden Altdorfer Abwehrblock netzflickerdossenbach filteredanderseits eher selten zu reüssieren vermochte. Sechs Minuten vor der Pause wechselten die Zürcher ihren Torsteher aus, während auf der Gegenseite Marcel Luthiger weitere Paraden ablieferte. Für einen „Zaubertreffer“ war unmittelbar vor dem Seitenwechsel Marc Vollenweider besorgt. Im Rückwärtsfallen spedierte er das Leder am verdutzten SGH-Hüter vorbei zur 15:9-Führung ins Netz der Besucher.

Zwei „Napoleone“ auf dem Feld

Im Verlaufe des zweiten Spielabschnittes taten sich die Zürcher speziell durch den risottoessenauf Saisonende zurücktretenden Horgener Trainer Alex Milosevic und SGH-Topskorer Philipp Alexander Seitle hervor. Ersterer lieferte einige Seitenlinienamokläufe, mit hochrotem Kopf Brülltiraden („jetzt reichts – jetzt reichts...“) in Richtung Spielleiterduo Kamber/Meili respektive Verbandsinspizient abfeuernd, ab, während sich der Zweitgenannte offenbar nicht damit abzufinden vermochte, von der Altdorfer Deckung weitgehend an die Leine gelegt zu werden, phasenweise wie ein zweiter „Napoleon“ als Feldmarschall auf dem Feld auftrat und fast im Minutentakt giftige Reklamationskommentare von sich gab. Dies alles trug nicht gerade zur Beruhigung der Lage auf dem Parkett bei. Primär wohl, weil sich die Spielleiter grosszügig vollraffhorgenzeigten und solche Unsportlichkeiten zumindest (zu) weitgehend tolerierten.

Nach einer Unterzahlphase der Altdorfer gelang es den Horgenern mit zunehmender Spieldauer, ihren Sieben-Tore-Rückstand bis zur 48. Minute auf drei Längen (22:19) zu reduzieren. Nach einem wenig später durch Coach Dani Lussi angeforderten Timeout steckten die Gastgeber eine gewisse Verunsicherung locker weg, um ihren Vorsprung durch Dave Zürcher, Mario Obad und Ivan Fallegger auf 25:20 zu schrauben. Drei Minuten vor Spielschluss führten die Altdorfer, welche zu diesem Zeitpunkt ihren hoffnungsvollen Nachwuchsspielern längere Einsatzzeiten zugestanden hatten, mit 27:22. Hätte nicht dreimal hintereinander Marc Häusler so genannt hundertprozentige Konterchancen versiebt und wäre im KTV-Kollektiv letztlich mit einer geringeren Nonchalance zur Sache gegangen worden, wäre ein Sieg der Urner klar deutlicher als schliesslich mit 27:24 ausgefallen. Doch die Gefahr, allenfalls noch einen Punkt liegen zu lassen, bestand überhaupt nie, wie auch Headcoach Dani Lussi und Torhütertrainer Marco Sigrist erkannten und ihrem Team alles in allem eine geschlossene Leistung attestierten.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger (35 Schüsse/14 Paraden/40 Prozent), Jan Dittli (4/1/25); Marc Vollenweider (1), Dave Zürcher (2), Ivan Fallegger (2), Marc Fallegger, Joy Gisler (1), Flavio Fallegger, Fabian Auf der Maur (4), Tizian Dossenbach (2), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (6), Marko Koljanin (8), Marc Häusler.

 

Einen Rang gutgemacht

Die weiteren NLB-Ergebnisse der Samstag-/Sonntagspartien: Siggenthal-Zofingen 27:23, Steffisburg - Kadetten-Espoirs Schaffhausen 22:21, Wädenswil - Baden 30:25, Yellow-Pfadi Winterthur - Möhlin 23:28, Suhr/Aarau - SG Pilatus/Luzern 37:27, Endingen - Birsfelden 36:34X.

Die NLB-Zwischenrangliste zum Jahresabschluss, nach je 14 von insgesamt 26 Spielen der Saison 2015/16 (der HC KTV Altdorf hat sich jetzt um einen Rang verbessert): 1. Endingen 25, 2. Suhr/Aarau 25, 3. Möhlin 18. 4. Kadetten-Espoirs Schaffhausen 17, 5. Steffisburg 17, 6. Horgen 16, 7. Siggenthal 16, 8. Altdorf 14, 9. Baden 13, 10. Birsfelden 9, 11. Wädenswil 9, 12. Yellow-Pfadi/Winterthur, 6. 13. Zofingen 6, 14. Pilatus/Luzern 5.

 

Gelesen 966 mal Letzte Änderung am Montag, 21 Dezember 2015 20:21