Sonntag, 21 Februar 2016 00:00

Umstrittene Punkteteilung im Feldliarena-Hexenkessel

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 HC KTV Altdorf – HSG Siggenthal/Vom Stein Baden 23:23

Ärger bei KTV-Spielertrainer Mario Obad: «Heute hatten wir zu vierzehnt gegen sechzehn Akteure zu fighten.» Urner machten in Schlussphase Vier-Tore-Rückstand wett.

OBAG MARIO TIMEOUT filteredGar nicht zufrieden zeigten sich die Gastgeber wie auch die einheimischen Fans am Samstagabend über etliche Entscheidungen der Spielleiter Keiser/Rottmeier. Letztere benachteiligten die Gastgeber nach Auffassung der 300 zumeist einheimischen Kiebitze gleich mehrmals. Etwa auch, als Marko Koljanin in der 48. Minute einen Penalty in die Maschen der Aargauer hämmerte, die Spielleiter aber eine fehlerhafte Ausführung gesehen haben wollten: Abheben eines Fusses vom Parkett – ein Vorgehen, das beispielsweise in der deutschen Bundesliga (am TV nachvollziehbar) immer wieder sanktionslos toleriert wird. Oder aber eine Aktion Spielertrainer Mario Obads. Dieselbe werteten die Refs als «Rückgabe in den Kreis» und ahnten sie mit einem Sieben-Meter-Wurf.

Alles in allem aber hatten sich die Altdorfer betreffs Punkteverlust auch selber zu rüffeln, fanden sie doch gegen eine doppelte Manndeckung (auf die Topskorer Marko Koljanin und Spielertrainer Mario Obad angelegt) während längerer Zeit kein valables Rezept, nachdem Rückraumspieler Marius Kasmauskas frühzeitig verletzungsbedingt ausgefallen war. Er fehlte an allen Ecken und Enden. Ausserdem wirkte der KTV gegen die wieselflinken und meist ausgesprochen zielstrebig zur Sache gehenden Aargauer phasenweise etwas ideenlos. Keine Freunde schufen sich beim Publikum ausserdem die oft rüde zur Sache gehenden Siggenthaler. Diese sahen immerhin ihren Topskorer Marius Moser (9 Treffer) in der Schlussphase mit der roten Karte eingedeckt, als er in höchst unsportlicher Art und Weise einem Altdorfer Akteur den Ball aus allernächster Distanz in einem Getümmel an den Kopf geknallt hatte. Immer wieder profitierten die Besucher im Übrigen mit ihrem nervigen Zeitspiel von der Grosszügigkeit der Spielleiter. Das Publikum quittierte diese Gangart denn auch stetig mit gellenden Pfiffen.

Zur Ehrenrettung der Gastgeber bleibt anzumerken, dass sie speziell während der letzten 11 Spielminuten gross auftrumpften, viel Moral bekundeten und einen Vier-Tore-Rückstand mit ihrem tollem Engagement wettmachten: Auch ein Verdienst von Torsteher Nicolas Stocker, der an diesem Abend während der zweiten Halbzeit den KTV-Kasten hütete und eine stupende 53-prozentige Abwehr-Erfolgsquote auf das Parkett zauberte.

3:0, 12:9, 12:12…

DROLLINGER SIGG filteredDer HC KTV Altdorf hatte auf das Mittun von Dave Zürcher, Marc und Flavio Fallegger, Elias sowie David Arnold zu verzichten. Die Platzherren zogen indessen vom Anpfiff weg ein beeindruckendes Powerplayspiel respektive Pressing auf. Nach 5 Minuten hatten Mario Obad, Yannick Drollinger und Ivan Fallegger das 3:0 besorgt. Ein kleineres Schützenfest zeichnete sich ab, zumal sich die Urner fest eine Revanche für die in letzter Zeit gegen die Aargauer kassierten Niederlagen vorgenommen hatten. Nach den nun um eine Replik nicht verlegenen Siggenthaler (5:4) und einem durch Marcel Luthiger genial parierten Penalty führten die Platzherren verschiedentlich wieder mit drei Längen Vorsprung. Doch die Besucher verstanden es mit einem sehenswerten «Flieger», ferner in einer Phase numerischer Unterlegenheit (!) erneut zu den Altdorfern aufzuschliessen.

«Fighten, was das Zeug hält»

«Die Rückraumprobleme wegstecken (Ausfall des verletzt ausgeschiedenen Marius Kasmauskas) und fighten, was das Zeug hält», hatte Headcoach Dani Lussi von seinem Kollektiv in der Kabine gefordert. Doch schon bald nach Wiederaufnahme der Partie gerieten die Altdorfer ins Stolpern, auch wenn der nun im Tor agierende Nicolas Stocker immer wieder mit sehenswerten Paraden aufwartete. Nach 38 Spielminuten schrillten die Alarmglocken in den Reihen der Innerschweizer, die selbst in Überzahl phasenweise erschreckend hilflos respektive unkonzentriert wirkten, definitiv (14:18). Marko Koljanin, Yannick Drollinger und Mario Obad brachten ihr schlingerndes Schiff glücklicherweise wieder auf Kurs (17:18, 42. Minute). Fatal war dann, als Drollinger beim Stande von 17:20 gleich zweimal allein vor dem (starken) gegnerischen Hüter nicht zu reüssieren vermochte, sich Koljanin - wie eingangs erwähnt - einen umgesetzten Penaltytreffer aberkennen lassen musste und die KTV-Deckung generell arge Defizite aufscheinen liess. Glücklicherweise waren da, beim Stande von 18:22 (50. Minute) noch Obag, Stocker und Koljanin, die ihre Farben ins Spiel zurückführten. Unverständlich war, nachdem Fallegger rüde von den Beinen geholt worden war, ein ausbleibender Penaltypfiff. Obad war es in der Folge, der im Anschluss an das 21:23 mit zwei Klasseaktionen den Gleichstand bewerkstelligte. 40 Sekunden vor Spielende forderte Dani Lussi ein Timeout, nachdem sich der Siggenthaler Topskorer Marius Moser zu einer groben Unsportlichkeit hatte hinreissen lassen und sich, wie erwähnt, des Feldes verwiesen sah (rote Karte). Altdorfs finaler Sturmlauf endete darauf mit einem fatalen Fehlpass. Dieser trug Siggenthal 3 Sekunden vor Spielschluss gar noch die Möglichkeit ein, mit einem Freiwurf zum Siegtreffer zu gelangen. Doch Altdorfs Abwehr war auf der Hut. Sie machte diese Chance der Gegner souverän zunichte. Die Punkteteilung war damit Tatsache geworden.

Fakten und Zahlen

KasmauskasTizi Sigg filteredIn den Reihen des HC KTV Altdorf profilierten sich Mario Obag und Marko Koljanin erneut als Superskorer (je 8 Treffer). Ivan Fallegger traf als Nächstbester dreimal ins Volle. Joy Gisler liess sich als Einziger eine 100-prozentige Abschlussquote attestieren, vor Marko Koljanin (80), Ivan Fallegger (75), Mario Obad (72) und Yannick Drollinger (50 Prozent).

Die weiteren Ergebnisse der NLB-Wochenend-Runde: Yellow/Winterthur – Kadetten Espoirs/Schaffhausen 26:32, Baden – Steffisburg 24:25, Möhlin – Pilatus/Luzern 29:24, Birsfelden – Wädenswil 33:24, Endingen – Horgen 35:29, Suhr/Aarau – Zofingen 38:23.

Der aktuelle Tabellenstand: 1. Endingen (33 Punkte), 2. Suhr/Aarau (32), 3. Kadetten Espoirs/Schaffhausen 25, 4. Möhlin (23), 5. Steffisburg (21), 6. Horgen (18), 7. Altdorf (17), 8. Siggenthal (17), 9. Baden (15), 10. Birsfelden (15), 11. Yellow/Winterthur (12), 12. Wädenswil (9), 13. Pilatus/Luzern (7), 14. Zofingen (6).

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker, Jan Dittli; Marc Vollenweider, Marius Kasmauskas, Ivan Fallegger (3), Cyril Keller, Joy Gisler (1), Fabian Auf der Maur (1), Tizian Dossenbach, Yannick Drollinger (2), Mario Obad (8), Marko Koljanin (8), Marc Häusler.

 

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