Montag, 07 März 2016 00:00

Die Hypotheken wogen zu schwer…

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Yellow/Pfadi Winterthur – HC KTV Altdorf 31:27

Nach 36 Minuten führten die Urner 19:16. Danach setzte ein Leistungseinbruch dem Höhenflug der Innerschweizer das abrupte Ende.

SürliWenn abends – wie im Hobbysport normalerweise – nach einem gestrengen beruflichen Arbeitstag, vor Inangriffnahme eines anforderungsreichen Sportprogramms und nach einer zweistündigen Autofahrt (inklusive Staus…), eine hundertprozentige Leistung erbracht werden sollte, ist dies schon eine Art Herkulesaufgabe. Diese Erkenntnis sei nicht als Entschuldigung für die keineswegs berauschende Leistung respektive zwingende Niederlage der Altdorfer am Freitagabend in der Eulachstadt, aber immerhin als einigermassen valable Begründung ins Feld geführt.

So jedenfalls geschehen im Spiel zwischen Yellow/Pfadi Winterthur und dem HC KTV Altdorf im Rahmen der jüngsten Partie der Qualifikationstour in der zweitobersten nationalen Stärkeklasse. Altdorf vermochte den starken Gastgebern weit über eine halbe Stunde lang bestens Paroli zu bieten, hatte in der Folge aber den aufgezeigten Gegebenheiten in der Tat Tribut zu zollen. Hinzu kam die Erkenntnis des Zürcher Trainers Nico Peter, dass sein Team - wie er nach dem Match vor Ort sichtlich stolz erklärte - erstmals während der Saison 2015/16 über die volle Stunde hinweg eine weitgehend hundertprozentige Leistung erbrachte und er von einer hervorragenden Leistung seines Torstehers Fabian Pellegrini (48-prozentige Abwehrerfolgsquote) profitieren durfte.

Drei-Tore-Führung aus der Hand gegeben

Der Fight in Winterthur begann für die Altdorfer vielversprechend. Die Zürcher, in der Zwischenrangliste bisher (und auch weiterhin) auf der viertletzten Position figurierend - jetzt sieben respektive sechs Zähler vor den beiden Letztplatzierten Zofingen und Pilatus/Luzern - wussten natürlich, dass sie alles auf eine Karte setzen und unbedingt zu weiteren Zählern kommen mussten, wollten sie der recht prekären Ausgangslage entrinnen. Sie erzielten das 1:0, während der KTV erst nach knapp 4 Minuten durch Marius Kasmauskas zum ersten Erfolgserlebnis fand. Yellow/Pfadi erhöhte in der Folge vom 2:1 innerhalb von nur dreieinhalb Minuten auf 5:2. Danach glichen die Innerschweizer aus. Der Gleichstand hatte bis zum Seitenwechsel Bestand (15:15).

Tournaround der Eulachstädter

Im Verlaufe der folgenden Spielphase erhöhten die nun wirblig und zielstrebig zur Sache gehenden Altdorfer auf 19:16 (36. Minute). Sie - bislang ebenbürtig, wenn nicht gar besser als die Gastgeber wirkend -, schienen damit den Weg zum Sieg definitiv eingeschlagen zu haben. Doch danach geriet der Urner Motor unübersehbar ins Stottern. In der Defensive wurde geschnitzert, im Angriff häuften sich die technischen Unzulänglichkeiten (Ballverluste). Yellow/Pfadi schaffte prompt den Tournaround, um gleichzuziehen und selber klar in Front zu gehen (26:22, 48. Minute). Von da an hatte das Team von Spielertrainer Mario Obad nicht mehr die Kraft, zuzulegen. Die Zürcher steuerten weitgehend problemlos dem Sieg entgegen. Sie verteidigten den Vorsprung bis zuletzt, zumal der KTV beispielsweise zwischen der 52. und 57. Minute überhaupt kein Rezept fand, um die gegnerische Abwehrreihe zu knacken.

«Vieles funktionierte auf unserer Seite im letzten Drittel der Partie überhaupt nicht. Davon zeugten auch die insgesamt 19 begangenen technischen Fehler. Nun heisst es einfach, im Rahmen der nächsten Partie gegen den STV Baden (am kommenden Samstagabend in der Altdorfer Feldliarena) über Disziplin und Kampf unser Potenzial zum Tragen zu bringen», erklärte Headtrainer Dani Lussi in seiner Retrospektive.

Fakten und Zahlen

Erfolgreichste Skorer in den Reihen des HC KTV Altdorf waren in Winterthur Spielertrainer Mario Obad (7 Treffer), vor Fabian Auf der Maur (6) und Ivan Fallegger. Die beste Chancenauswertung liessen sich Fabian Auf der Maur und Tizian Dossenbach (je 75 Prozent), vor Mario Obad (70) und Marko Koljanin (60) notieren. Marcel Luthiger (bis zur 42. Minute im Kasten) parierte 31 Prozent der auf sein Tor gezirkelten Bälle, Jan Dittli 25 Prozent.

Die weiteren Resultate der Wochenendrunde: Birsfelden – Möhlin 25:23, Zofingen – Pilatus/Luzern 29:24, Baden – Siggenthal 20:22, Horgen – Wädenswil 34:35, Endingen – Steffisburg 32:22, Suhr/Aarau – Kadetten-Espoirs/Schaffhausen 31:29.

Die Zwischenrangliste nach 20 der insgesamt 26 Spiele der NLB-Qualifikationsrunde (Altdorf und Steffisburg haben erst 19 Einsätze hinter sich): 1. Endingen (37 Punkte), 2. Suhr/Aarau (36), 3. Kadetten-Espoirs Schaffhausen (27), 4. Möhlin (25), 5. Steffisburg (21), 6. Siggenthal (21), 7. Horgen (20), 8. Altdorf (19), 9. Birsfelden (17), 10. Baden (15), 11. Yellow/Pfadi Winterthur (14), 12. Wädenswil (11), 13. Zofingen (8), 14. Pilatus/Luzern 7.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Marc Fallegger (1), Marius Kasmauskas (2), Dave Zürcher (1), Flavio Fallegger, Ivan Fallegger (4), Joy Gisler, Marc Vollenweider, Mario Obad (7), Fabian Auf der Maur (6), Tizian Dossenbach (3), Yannick Drollinger, Marko Koljanin (3).

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