Donnerstag, 21 April 2016 00:00

Magier Luthigers Traumparade rettete Sieg

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Nationalliga B: HC KTV Altdorf – SG Pilatus/Luzern 28:27

Innerschweizer Derby im Zeichen absoluter Hochspannung. Urner jetzt mit 27 Punkten auf 7. Position.

Luthiger der HeldJust nach Ablauf der vollen Stunde erhielten die noch im Abstiegsstrudel steckenden Leuchtenstädter am Mittwochabend in der Feldliarena die Chance, einen Penalty umzusetzen. Vier Sekunden zuvor hatten die alles in allem souverän arbitrierenden Unparteiischen Baumann/Cristallino gegen die führenden Gastgeber vor knapp 300 Zuschauern wohl zu Recht einen Strafwurf verhängt. Zur Exekution trat der Luzerner Topskorer Sven Hess, welcher zuvor siebenmal ins Volle getroffen hatte, an. Das abschliessende Unentschieden schien dadurch Fakt zu werden. Doch da stand ja im Tor des KTV noch Marcel Luthiger, der am gleichen Abend nach einer starken Leistung (neun Erfolgsparaden, bei rund drei Dutzend auf seinen Kasten abgefeuerten Bällen) bereits ein Siebenmetergeschoss unschädlich gemacht hatte. Und prompt wartete Altdorfs Zerberus abermals mit einem Gesellenstück der besonderen Art auf. Er tauchte in die rechte Ecke seines Gehäuses und parierte das Geschoss seines Antipoden mit einem genialen Reflex. Die Sonderovation seiner Fans wie auch der Teamkollegen war «Luthi» damit gewiss. Im mächtig feiernden Spielerknäuel seiner Mannschaftskollegen liess er sich mit Sonderovationen überschütten. Duplizität der Ereignisse: Bereits im Rahmen der Vorrundenpartie war es ebenfalls Luthiger gewesen, der einem Gegenstoss der SG Pilatus/Luzern den Giftzahn gezogen und Altdorfs Sieg sichergestellt hatte (23:22). Der Zwei-Punkte-Gewinn liess die Besucher, deren Vereinsziel es gemäss Homepage ist, die besten Nachwuchsspieler der Zentralschweiz gezielt zu fördern, weiterhin mit 11 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz respektive – zwei Runden vor Abschluss der 26 Spiele umfassenden Hauptrunde – in arger Abstiegsgefahr (vor Zofingen) verharren.

Mario Obad Textil Pilatus filteredDas «Farmteam» des Nationalliga-A-Teams HC Kriens trat in Altdorf ziemlich in Bestbesetzung an. Ging es den Luzernern doch darum, wichtige Zähler im Fight wider den drohenden Abstieg anzustreben. Es war deshalb nicht verwunderlich, dass die Gäste von Anpfiff weg mit besonderem Elan zur Sache gingen und den HC Altdorf mit schnell vorgetragenen Attacken immer wieder vor heikle Aufgaben stellte, was auch die 3:1-Führung der Luzerner unterstrich. Doch der HC KTV Altdorf gab Gegensteuer. In einer der besten Phase des Obad-Trupps war Marko Koljanin für das 3:3 besorgt. Fabian Auf der Maur sowie Ivan Fallegger (zweimal) bewerkstelligten bis zur 10. Minute das 6:3. Die Besucher erholten sich von diesem «Schock» erstaunlich schnell. Sie nutzten einige technische Fehler der Urner kaltschnäuzig aus, sich damit wieder ins Spiel zurückmeldend. 15:14 lautete das Skore zur Pause, nachdem Marc Fallegger den letzten Treffer markiert hatte. KTV-Torsteher Marcel Luthiger war bereits zu diesem Zeitpunkt mit der Defensivarbeit seiner Vorderleute nur bedingt zufrieden. «Wir liessen den aggressiv zur Sache gehenden Besuchern zu viele Freiräume», wie er befand und damit etliches Verbesserungspotenzial seiner Truppe ortete.

Ein offener Schlagabtausch

Sieg im Urschweizer DerbyDie zweite Halbzeit wurde von beiden Mannschaften mit Volldampf in Angriff genommen. Die Pilatus-Crew sicherte sich dabei eine frühzeitige Zwei-Tore-Reserve, ehe Marko Koljanin mit einer sehenswerten Triplette und Ivan Fallegger ausglichen und das 22:20 bewerkstelligten. Der HC KTV Altdorf scheiterte in der Folge gleich mehrmals am stark auftrumpfenden Gästekeeper Noah Ineichen (die Nummer 2 des HC Kriens).

Die letzten 10 Minuten der Partie glichen einem veritablen Krimi. Nach dem 24:24 und 24:25 hatte das 24:26 Seltenheitscharakter: Eine über den weit im Spielfeld draussen postierten hinaus praktizierte «Lampe» klatschte an die Latte des KTV-Tores, um von dort hinter die Linie zu fallen. 4 Minuten vor Spielschluss führten die Besucher – letztmals in dieser Partie – 26:27. Yannick Drollinger erzielte mit einem Sondereffort das 27:27, Ivan Fallegger mit einem Hammer von der linken Position aus – via Innenpfosten – das von seinem Team mächtig gefeierte 28:27. Mit einer alles andere als «gentlemansliken» Aktion – Schlag gegen den Kopf – beförderte ein Gästespieler KTV-Spielertrainer Mario Obad auf das Parkett. Die Aktion blieb von den Spielleitern, denen die Sicht offenbar verdeckt war, 47 Sekunden vor Spielschluss, ungeahndet – sie hätte mit «Rot» bestraft werden müssen. Im Gegenzug war es die SG Pilatus/Luzern, die nochmals alles in den Angriff warf und den eingangs geschilderten Penalty (Matchuhrzeit: 59.56) herauswirtschaftete.

Zahlen und Fakten

Auf der Maur PilatusVom HC KTV Altdorf zeigte sich Marko Koljanin als effizientester Skorer (8), vor Ivan Fallegger (6) und Spielertrainer Mario Obad (5). Yannick Drollinger wies die höchste Abschluss-Erfolgsquote (75 Prozent), vor Ivan Fallegger (66), Marius Kasmauskas, Marc Fallegger sowie Fabian Auf der Maur (je 50) auf. Die SG Pilatus/Luzern feuerte insgesamt 42, der HC KTV Altdorf 45 Schüsse auf das gegnerische Tor ab. Marko Koljanin vom HC KTV Altdorf brachte alle vier Penaltys im Tor der Luzerner unter.

An der NLB-Ranglistenspitze gaben sich im Fight um den NLB/NLA-Direktaufstiegsplatz die beiden führenden Suhr/Aarau (32:24 gegen Baden) sowie Endingen (32:27 gegen Yellow/Pfadi Winterthur) keine Blössen. Die Leader trennt somit zwei Runden vor Abschluss der Hauptrunde weiterhin nur ein Punkt. Die Ergebnisse der weiteren Mittwochbegegnungen: Steffisburg – Horgen 29:29, Schaffhausen II – Möhlin 25:27.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Marc Vollenweider, Marius Kasmauskas (3), Dave Zürcher, Ivan Fallegger (6), Marc Fallegger (1), Joy Gisler, Flavio Fallegger, Fabian Auf der Maur (2), Tizian Dossenbach, Yannick Drollinger (3), Mario Obad (5), Marko Koljanin (8).

Gelesen 1032 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 21 April 2016 14:20