Sonntag, 24 April 2016 00:00

Vom Abstiegsgespenst im Nacken beflügelt

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Nationalliga B: HC Wädenswil – HC KTV Altdorf 36:34

Spannender Fight im vorletzten Hauptrundenspiel. Urner lieferten eine durchzogene Verteidigungsleistung ab – und grüssen jetzt vom 8. Platz.

KTVWäd2Im vorletzten NLB-Hauptrundenspiel ging es für die Urner um nichts mehr. Ganz anders bei den Gastgebern. Sie wollten mit einem Sieg den vorzeitigen Ligaerhalt sicherstellen. Gesagt – getan. Dank einer engagierten Leistung erreichten die Wädenswiler das gesteckte Ziel, zumindest weitestgehend. Sie weisen nun vor dem letzten Durchgang 2 Punkte mehr als die SG Pilatus und eine klar bessere Tordifferenz als die Luzerner auf.

Wädenswil (12., 15 Punkte, -66) trifft im letzten Fight auswärts am kommenden Wochenende nun noch auf Yellow/Pfadi Winterthur (11., 16), Pilatus/Luzern (13., 13, -88) zu Hause auf den STV Baden (10., 19). Als Tabellenletzter (Direktabsteiger) steht der TV Zofingen (10 Zähler) bereits fest.

An der Spitze der Zwischenrangliste verteidigte der HSC Suhr/Aarau seine Leaderposition (1., 46, +167) vor dem TV Endingen (2., 45, +146). Suhr/Aarau bezwang Birsfelden am Sonntag (37:17), Endingen hatte tags zuvor gegen Baden das bessere Ende mit 29:22 für sich behalten. Die beiden führenden Teams werden in wenigen Tagen im Rahmen der 26. und letzten Runde den Spitzenknüller gegeneinander bestreiten und dabei den Direktaufsteiger in die oberste nationale Stärkeklasse unter sich ausmachen.

Nur 80 Prozent Gas gegeben

KTV-Altdorf-Headcoach Dani Lussi brachte es in seiner Manöverkritik auf den Punkt: «Wer 34 Tore schiesst, müsste eigentlich eine Partie gewinnen. Doch Wädenswil gab eben 120 Prozent, wir hingegen vielleicht 80 Prozent Gas. Diese Erkenntnis machte den Unterschied bezüglich der Punktevergabe zwischen Zürchern und Urnern aus.»

Der Chronist des HC Wädenswil lobte sein Team mit der Feststellung, gegen Altdorf eine Spitzenleistung abgeliefert zu haben: «Jeder kämpfte für jeden. Die Chancenauswertung unserer Mannschaft passte über weite Strecken, und die beiden Torhüter verdienten sich Bestnoten. Mit der Rückkehr Christian Gürbers (5 Treffer) wirkte das Angriffsspiel variantenreicher – der Däne Mikkel Christian Madsen (9) konnte sich wieder auf seine Hauptaufgabe, eben das Toreschiessen, konzentrieren.»

Vielversprechende Altdorfer Startphase

Der HC KTV Altdorf startete gegen den HCW vielversprechend in die Partie. Bereits nach 145 Sekunden führte er dank Treffer seitens Ivan Fallegger und Marko Koljanin (2) mit 3:1. Doch die Replik der Wädenswiler liess nicht auf sich warten: Nach knapp 5 Minuten hatten sie das Zepter an sich gerissen (4:3), um nach 10 Minuten mit fünf Längen voraus zu liegen (9:4). Altdorf verkürzte seinen Rückstand bis zur 24. Minute auf 16:15 und realisierte wenig später durch Marc Fallegger gar den Gleichstand (17:17). Die Seiten wurden beim Stande von 18:18 gewechselt.

Die Platzherren setzten sich nach dem Tee - übrigens vor rund 500 Zuschauern - wieder ab (23:19). Doch nach drei Vierteln der Gesamtspielzeit hatte der viel Druck entwickelnde Altdorfer Angriff weitgehend aufgeschlossen (26:25). 9 Minuten vor Spielschluss stand die Partie 30:29 – alles war wieder offen. Innerhalb von 4 Minuten liess sich die KTV-Abwehr mehrmals aushebeln (34:29). Beim Stande von 35:33 (Altdorfer Torschütze: Mario Obad) schöpften die Urschweizer nochmals leise Hoffnung, etwas Zählbares herauswirtschaften zu können. Doch das Vorhaben scheiterte, auch wenn Ivan Fallegger noch der letzte Treffer in der torreichen Partie gelang.

Dani Lussi vom HC KTV Altdorf hatte in den Reihen seiner Truppe während der ganzen 60 Spielminuten mehrheitlich fehlende Aggressivität geortet und 21 technische Fehler notiert. «Jetzt erwarten unsere Fans am kommenden Samstagabend in der Feldliarena (Anspielzeit um 18, nicht wie ursprünglich festgelegt 20 Uhr) gegen Möhlin einen Meisterschaftsschlussspurt, der diese Bezeichnung verdient, «auch wenn die Nordschweizer mit einem Sieg wohl ihren guten vierten Platz im Gesamtklassement (zurzeit zählergleich mit den Schaffhauser Espoirs - die noch den TV Zofingen erwarten -, aber bezüglich Tordifferenz deutlich schlechter dastehen) rechtfertigen möchten. Ich bin überzeugt, dass unsere Formation vor ihrem treuen Publikum nochmals alles geben wird.»

Erfolgreichste Akteure in den Reihen des HC KTV Altdorf waren in Wädenswil Marko Koljanin (10 Treffer); vor Ivan Fallegger (8), Spielertrainer Mario Obad (4) und dem stark auftrumpfenden Nachwuchsspieler Elias Arnold (3). Eine hundertprozentige Abschlusserfolgsquote verzeichneten Elias Arnold sowie Dave Zürcher, vor Ivan Fallegger (88), Marko Koljanin (83) sowie Yannick Drollinger (66).

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Michael Bissig, Marius Kasmauskas (2), Dave Zürcher (2), Elias Arnold (3), Ivan Fallegger (8), Marc Fallegger (2), Fabian Auf der Maur (1), Tizian Dossenbach, Yannick Drollinger (2), Mairo Obad (4), Marko Koljanin (10). – Mehrere gute Paraden lieferten die beiden Altdorfer Torsteher ab, wobei Marcel Luthiger bereits in der ersten Minute einen gegnerischen Penaltyball parierte.

 

Gelesen 1157 mal Letzte Änderung am Montag, 25 April 2016 18:58