Mittwoch, 04 Mai 2016 00:00

Von Deschwanden und Brücker im Fokus

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Zwei «Eigengewächse» des HC KTV Altdorf sorgen für Schlagzeilen. Lukas von Deschwanden (Wacker Thun) sowie Jost Brücker (St. Otmar St. Gallen – bald beim SC Kriens-Luzern).

von deschw lukaskleinFür die erste Männerformation des HC KTV Altdorf ist die Nationalliga-B-Meisterschaft 2015/16 vor wenigen Tagen zu Ende gegangen. Das Team von Spielertrainer Mario Obad und Headcoach Dani Lussi klassierte sich auf der achten Position – im Mittelfeld der Rangliste also. Vor Jahresfrist hatte noch ein Rang unter den Besten resultiert.

Der Name des HC KTV Altdorf steht dessen ungeachtet in der jüngsten Schweizer Handballgeschichte im Blickfeld. Dafür sind Lukas von Deschwanden und Jost Brücker – zwei «Eigengewächse» aus der Urner Handballschule also – besorgt. Ersterer verdient seine Brötchen bei Wacker Thun und hat in der Nationalmannschaft bestens Fuss gefasst. Jost Brücker bestritt die letzte Meisterschaft beim Ostschweizer Spitzenklub St. Otmar St. Gallen. Nun wechselt er den Klub und nimmt das kommende Championat beim HC Kriens-Luzern in Angriff. Die beiden Ex-KTV-Akteure sind es dem Schweizer Sportmagazin «Handballworld» wert, gleich auf mehreren Seiten über die Urschweizer Spitzenhandballer zu berichten.

Brücker JostDer Erstgenannte hämmerte den Ball im Verlaufe der Meisterschaft für die Berner Oberländer stolze 189-mal (Schnitt: 5,9 Treffer pro bestrittenes Spiel) in die gegnerischen Maschen – Position eins vor den engsten Widersachern. Brücker reichte es bei St. Otmar bisher zu 95 Toren (5,2, Rang 24).

284 Urner Meisterschaftstore

Lukas von Deschwanden, der 26-Jährige, bestreitet mit Wacker Thun zurzeit bereits seine siebte Saison. In einem Kurzporträt schreibt «Handballworld»: «Nach einem eher unauffälligen Start ist der Rechtshänder im linken Rückraum der Berner Oberländer zu einem Leistungsträger avanciert. Während der Saison 2012/13 gewann er erstmals die Torschützenkrone in der höchsten Liga der Schweiz. Mit Wacker Thun holte von Deschwanden 2012 die Cup-Trophäe und im darauffolgenden Jahr das Double ab. In der Nationalmannschaft debütierte der Urner (nomen est omen: in Mannschaftskreisen wird er kurzerhand «Uri» gerufen…) im Alter von 24 Jahren. Der 1,92 m grosse und 88 kg schwere «Bomber» bestritt seither 31 Länderspiele und realisierte dabei 102 Tore.»

Beruflich will Lukas von Deschwanden auf den Handballsport setzen. Er plant im nächsten Jahr nebenbei ein 20- bis 30-Prozentpensum als Sportlehrer ein. «Die beiden Tätigkeiten lassen sich ideal miteinander verbinden», erklärt der gebürtige Altdorfer.

Jost Brücker, der 25-jährige Flügelfighter, welcher vor wenigen Monaten im Schweizer Cup (unmittelbar vor Weihnachten) mit St. Otmar beinahe an seinem Stammklub Altdorf gescheitert wäre (24:23-Sieg mit einer klitzekleinen Länge Vorsprung, nach einem 13:20 Rückstand notabene – er war damals verletzungsbedingt allerdings zum Zuschauen verknurrt) studiert zurzeit an der Uni St. Gallen (Master in Business Innovation). Brücker gibt sich zuversichtlich, dass er auch in seinem neuen Verein Kriens-Luzern (der Wechsel ist bereits seit einiger Zeit Fakt) einiges wird bewegen können. Er will seine Ziele «Nationalmannschaft und Auslandengagement» weiterverfolgen.

Von Deschwanden gegen Brücker

Pikant: Am Wochenende stehen sich Lukas von Deschwanden und Jost Brücker direkt gegenüber. In Sursee werden am Samstag, 7. Mai, die Halbfinals des Schweizer Cups ausgetragen. Die Partie zwischen Wacker Thun und St. Otmar wird um 19.15 Uhr angepfiffen (in der zweiten Partie stehen sich vorgängig Pfadi Winterthur sowie die Schaffhauser Kadetten gegenüber). Das Finale findet tags darauf gleichenorts ab 15.30 Uhr statt. So oder so wird zum Endspiel somit einer der beiden Ex-Altdorfer Handballtalente einlaufen…

Zwischen dem 12. (und eventuell 26.) Mai wird um die Krone eines Schweizer Meistertitels gefightet. Zu entsprechenden Playofffinal (Best of 5) treten am 12. Mai in Schaffhausen die Einheimischen Kadetten gegen Wacker Thun (19.30 Uhr) an, am 17. Mai wird in Thun (19.30 Uhr), am 20. Mai erneut in der Munotstadt (19.30 Uhr), am 22. Mai wiederum im Berner Oberland (15 Uhr) und allenfalls am 26. Mai in Schaffhausen (19.30 Uhr) gefightet. – Cup- und Playofffinal werden live auf «handballTV.ch» und «srf.ch/sport» übertragen.

Endingen legte Protest ein

In der Nationalliga B hat die (bereits zu Ende geglaubte, mit dem Direktaufstieg von Suhr/Aarau endende) Meisterschaft eine unerwartete Verlängerung erfahren. Denn der TV Endingen hat gegen den Ausgang der Samstagspartie gegen Suhr/Aarau (29:29) Protest eingelegt. Das Geschäft liegt nun zur Beurteilung bei der Nationalen Disziplinarkommission – ein Entscheid ist voraussichtlich frühestens am Freitag zu erwarten.

Was ist geschehen? Nach Ansicht des TV Endingen war vor dem letzten Freiwurf die Zeit trotz Unterbrechung zu früh laufen gelassen beziehungsweise nicht gestoppt worden, weshalb für den letzten Angriff des TVE nur noch zwei statt sechs Sekunden zur Verfügung standen. (Suhr/Aarau gewann im Aargauer Duell mit dem 29:29 den nötigen Punkt, um sich den definitiven Aufstieg zu sichern). Endingen würde sich als NLB-Zweiter in der Auf-/Abstiegsbarrage mit Fortitudo Gossau zu messen haben.

Zur NLB-Meisterschaft bleibt ausserdem nachzutragen, dass nebst dem TV Zofingen auch das Team Pilatus-Luzern den Weg in die 1. Liga anzutreten hat. Anderseits verbleibt der BSV Stans in der 2. Liga, nachdem er den alles entscheidenden Fight gegen Chênois-Genf eher überraschenderweise mit drei Toren Differenz verlor.

 

Gelesen 1116 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Mai 2016 23:21