Mittwoch, 31 August 2016 00:00

Jetzt gehts los – mit teils neuen Regeln

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 Nationalliga B: Altdorf empfängt am Samstag, 18 Uhr, Siggenthal

Die lange Zeit der Vorbereitungen und Kaderfestlegungen gehört der Vergangenheit an. 14 Teams nehmen das neue Championat 2016/17 in Angriff.

kasmauskas steffDie vierzehn Mannschaften der Nationalliga B nehmen die Meisterschaft in Angriff. Der Modus entspricht jenem der vorangegangenen Saison. Das heisst: Nach der Qualifikationsrunde (26 Spiele für jede Mannschaft) werden die punktemässig zwei besten Teams den Auf-, die zwei schlechtesten den Relegationslift zu besteigen haben. Aus der Nationalliga A ist Stäfa abgestiegen. Neu im Oberhaus tritt Suhr/Aarau an. Nicht mehr mit dabei sind in der NLB Pilatus/Luzern sowie Zofingen (Abstieg in die 1. Liga), neu belegen die freien Plätze als 1.-Liga-Aufsteiger Solothurn sowie Chênois/Genf.

Die erste Runde umfasst folgende Begegnungen: Altdorf – Siggenthal, Steffisburg – Baden, Yellow/Pfadi Winterthur – Möhlin, Birsfelden – Horgen, Kadetten/Espoirs Schaffhausen – Wädenswil, Chênois Genf – Endingen, Solothurn – Stäfa.

Neu ist noch von Kevin Ledermann die Rede…

Der HC KTV Altdorf hat seinen ersten Widersacher in unguter Erinnerung. Von den letzten Direktbegegnungen verloren die Urner deren zwei, ebenso viele endeten unentschieden. KTV-Spielertrainer Mario Obad hat seine Truppe bestmöglich vorbereitet, wobei ja bekanntlicherweise gleich ein halbes Dutzend Bisherige nicht mehr mit dabei sind, anderseits neue NLB-Akteure mittun (wie bereits berichtet). Möglicherweise wird noch zusätzlich Kevin Ledermann mittun. Er ist von einem längeren Auslandaufenthalt zurück, indessen (noch) verletzt. Der Entscheid, ob er zum 16-köpfigen Kader stösst, steht zurzeit noch aus.

Die Urner werden am Samstag nur mit einer möglichst hundertprozentigen Leistung Aussicht auf einen Zählergewinn haben. Unmöglich ist das Vorhaben indessen nicht. Der HC KTV Altdorf will sich im Championat 2016/17 rangmässig besser als letzte Saison (8. Platz) etablieren. Die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden mit Trainer Kai Wetzel dürfte insgesamt noch etwas stärker besetzt als letzte Saison auflaufen. Doch das Credo der Aargauer lautet (bescheidenerweise): ganz einfach so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben zu wollen.

Kronfavoriten: Lakers Stäfa und TV Endingen

Klar favorisieren die „Auguren“ vor Inangriffnahme der neuen Meisterschaft als NLB-Titelanwärter die Nationalliga-A-Absteiger aus Stäfa. Diese möchten nach Aussagen der Vereinsleitung raschestmöglich den Wiederaufstieg in die oberste Stärkeklasse realisieren, welches „absolute“ Ziel die Vereinsleitung im Visier hat. Interessantes Detail der Truppe von Trainer Predrag Milicic: „Wir arbeiten erstmals auch mit einem Mentaltrainer zusammen“.

Der TV Endingen hat das Wiederaufstiegsziel in die NLA nur um Haaresbreite verpasst. Das Versäumte soll nun definitiv nachgeholt werden. Und zwar unter dem Zepter von Trainer Peter Szilagyi – früher Topspieler in den Reihen des HC KTV Altdorf notabene. Die Mannschaft hat sich im Vergleich zur letzten Saison auf verschiedenen Positionen verändert.

Bei der SG Horgen steht als neuer Trainer Zsolt Györi am Drücker. Der HC KTV Altdorf hat sich mit den Zürchern kürzlich bereits im Rahmen des Raiffeisencups in Muotathal duelliert und dabei knapp das bessere Ende für sich behalten. Insgesamt verzeichnet Horgen im Vergleich zur letzten Meisterschaft verschiedene Zu- respektive Abgänge und will sich einen Platz im NLB-Mittelfeld sichern.

Der TV Steffisburg (Partnerverein von Wacker-Thun, mit Topskorer und Ex-Altdorfer Lukas von Deschwanden in dessen Reihen) will mit Trainer Dominic Bleuer an die Leistungen der letzten Saison anknüpfen. Die Berner belegten damals den ausgesprochen achtbaren fünften Platz. Die Zu- respektive Abgänge halten sich offenbar in einem eher bescheidenen Rahmen, wie von der Vereinsleitung erklärt wird.

Die Schaffhauser Kadetten/Espoirs als „Farmteam“ der Spitzenhandballer aus der Munotstadt dürften noch stärker als 2015/16 auftreten. Dem neuen Cheftrainer Marco Lüthi steht ein grosses Spielerreservoir mit namhaften Akteuren zur Verfügung. Zweifelsohne wird die Mannschaft nach der Qualitour auf einer der vordersten Positionen anzutreffen sein.

Der TV Möhlin verzeichnet in seinem Kader nur wenige Wechsel. Trainer Zoltan Cordas will insbesondere dem Ruf, über die beste Verteidigung (letzteSaison) zu verfügen, erneut Nachachtung verschaffen. Das Kader soll dem Vernehmen nach weiter verjüngt worden sein. Die Nordschweizer beschlossen die letzte Meisterschaft auf dem vierten Rang. Sie dürften insbesondere mit deutschen Topshooter Markus Hock eine schnittige Waffe besitzen.

Wädenswil hatte sich letzte Saison mit dem Abstiegsgespenst herumzuplacken. Das Team von Trainer Remo Herbst will nun offenbar vom Start weg einen Mittelfeldplatz anpeilen. Der HCW verfügt über ein recht breites Kader und wird für verschiedene Gegner kein leichter Punktelieferant sein.

Der STV Baden hat verschiedene „dicke Fische“ an Land gezogen und einige erfahrene Akteure in sein Kader geholt. Der aus Deutschland stammende Trainer Björn Navarin lässt viel Zuversicht erkennen und sieht seine Formation nach Abschluss der Qualirunde im vorderen Tabellendrittel angesiedelt.

Bereits seine dritte NLB-Meisterschaft nimmt der TV Birsfelden in Angriff. Trainer Toni Reichmuth will sein Glück mit einer noch jüngeren Mannschaft als bisher versuchen. Die Aargauer streben kurz und bündig den Klassenerhalt an, wie die Vereinsverantwortlichen zu verstehen geben. Birsfeldens NLB-Akteure stammen zum grossen Teil (16 von 18 Spielern) aus den vereinseigenen Nachwuchsreihen.

Die SG Yellow/Pfadi Espoirs aus Winterthur vermelden einen „grossen Umbruch“. Pfadi hat die volle finanzielle und organisatorische SG-Verantwortung übernommen. Trainer Nico Peter bezeichnet die bevorstehende Aufgabe (Ligaerhalt) mit dem erheblich veränderten Kader als grosse Herausforderung, sieht seine Truppe aber alles andere denn als Kanonenfutter.

Der TV Solothurn hat nicht nur den Aufstieg in die NLB geschafft, sondern strebt gar nach „höheren Weihen“. Nichts vermöchte dies wohl besser zu demonstrieren als die Verpflichtungen von Marco Kurth und Torstehertrainer Antoine Ebinger (langjähriger Nationalgoalie). Trainer Mathias Heger bezeichnet den Ligaerhalt bescheiden als Saisonziel, doch stapelt er damit wohl etwas zu tief, wenn nicht alles trügt.

Und da wäre noch der (ungeliebte) Aufsteiger Chênois/Genf. Ungeliebt deshalb, weil alle Widersacher immer wieder die weite Anreise wie der Teufel das Weihwasser als Stolperstein fürchten. Das Team von Trainer Michael Delric strebt nach dessen Aussagen ebenfalls primär den Klassenerhalt an, dürfte aber durchaus für „mehr“ in der Lage sein, zumal die Akteure Adrien Molinié wie Maxime van Baar in der Handballszene klingende Namen sind.

 

 

Die neuen Regeln

Ab der Saison 2016/17 kommen im Handball wesentliche neue Regeln zur Anwendung. Die Inputs dazu wurden im Rahmen eines Symposiums mit Trainern, Schiedsrichtern, Medien usw. gesammelt. Der Weltverband IHF setzte darauf eine Arbeitsgruppe ein, deren Aufgabe es war, Lösungen auszuarbeiten, um die neuen Fakten ins Regelwerk zu integrieren.

Die neuen Regeln wurden im grossen Ausmass getestet (unter anderem an der U21- und der U19-WM 2015) – über 200 Partien, mit den neuen Regeln gespielt, wurden ausgewertet. Aus den daraus folgenden Rückmeldungen wurden erneut Justierungen vorgenommen. Entstanden sind schliesslich die folgenden Veränderungen:

Fünf neue Regeln

    • Pflege auf der Spielfläche (drei Angriffe aussetzen)
    • Passives Spiel (nach Vorwarnzeichen maximal sechs Pässe)
    • Letzte 30 Sekunden (statt letzte Minute, Siebenmeter statt Rapport/Sperre)
    • Siebter Feldspieler (auch ohne Torwartüberzieher; alte Regel gilt immer noch)
    • Blaue Karte (bisher: Rot mit mündlicher Info betreffend Rapport; neu: Rot mit Blau)

 

 

Gelesen 805 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 01 September 2016 17:40