Donnerstag, 15 September 2016 00:00

Blamage und Ohrfeige zu gleichen Teilen

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Nationalliga B: HC KTV Altdorf – HC Horgen 24:35

Einen Flop der Sonderklasse produzierten die Urner am Mittwochabend. 27 technische Fehler sowie Vergabe von Topchancen am Laufmeter bildeten die Fallstricke.

Christensen horgen filteredNach dem erfolgreichen Saisonauftakt (Sieg gegen Siggenthal, Erfolg im Schweizer Cup gegen Muri Bern) lief der HC KTV Altdorf am Mittwochabend vor knapp 200 Zuschauern in der Feldliarena zuversichtlich gegen den HC Horgen zur zweiten NLB-Meisterschaftsrunde ein. Umso mehr, als die Zürcher ihr erstes Punktespiel verloren hatten. Doch Fehlanzeige: Die Platzherren handelten sich eine schmähliche Kanterniederlage ein. Schmählich deshalb, weil sie kaum etwas auf die Reihe brachten, insgesamt 27 (!) technische Fehler produzierten und Mal für Mal sogenannt hundertprozentige Chancen kläglich versiebten – darunter auch zwei Penaltys.

arnold elias horgen filteredIn den Reihen der Gäste wirkte nach längerer Verletzungspause wieder Topskorer Luca Oberli mit. Was dem HC Horgen sichtlich Selbstvertrauen einflösste. Beim HC KTV Altdorf fehlte der verletzte Marius Kasmauskas, dafür figurierte erstmals nach längerer Pause (Auslandaufenthalt und Verletzung) wieder Kevin Ledermann mit, der sich erfreulicherweise nun doch entschieden hat, wieder in seiner angestammten Crew eine Saison lang mitzutun und damit das schmale Kader zu ergänzen.

Obad Ledermann. Epp. neue DressesDer HC KTV Altdorf vermochte seine Heimstärke dieses Mal kaum je zum Tragen zu bringen, wirkte phasenweise unbegreiflich konfus und musste dem HC Horgen, der mächtig Dampf entwickelte und die Urner auch in deren Deckung, welche in den vorausgegangenen Spielen einen echt starken Eindruck hinterlassen hatte, immer wieder alt aussehen liess.

Nur Auftaktviertelstunde «stimmte»

Die Altdorfer zeigten zum Auftakt ein gefälliges Spiel. Durch sehenswerte Treffer seitens Nicolai Christensen (2), Marko Koljanin (2), den sehr gut gefallenden Nachwuchsakteur Marc Vollenweider, Fabian Auf der Maur, Ivan Fallegger und Spielertrainer Mario Obad, führten sie nach Ablauf der ersten Viertelstunde mit 8:7. Doch in der Folge steigerten sich die wieselflinken HCH-Stürmer in einen eigentlichen Spielrausch, dabei immer wieder aus den fatalen Unzulänglichkeiten der Einheimischen Profit schlagend. Fünf Längen Vorsprung der Zürcher liessen bereits nach 25 Minuten nichts Gutes erahnen. Die Besucher führten auch zur Pause weiterhin souverän (18:13). Platzspeaker Thomas Beeler bezeichnete zu diesem Zeitpunkt die Leistung der Gastgeber zu Recht als «unterirdisch» (16 technische Fehler).

Kein Aufbruch zu neuen Ufern

fallo ivi horgenDem HC KTV Altdorf gelang es auch nach dem Seitenwechsel nicht, die Partie zu drehen, trotzdem Spielertrainer Mario Obad und Coach Stefan Epp alles versuchten, um ihre Akteure zu neuen Ufern aufbrechen zu lassen. Das Spiel der KTV-Truppe lief weiterhin mehrheitlich aus dem Ruder. Es fehlte ganz einfach eine ordnende Hand, um den Zürchern das Spieldiktat entreissen zu können. Entscheidend war dabei auch ein gross aufspielender Gästehüter: Andrjia Kasalo parierte Ball um Ball, um mit seinen Glanzaktionen die Altdorfer Stürmer zu entnerven. Eine Viertelstunde vor Schluss war der Fight entschieden, als der HCH mit 27:19 in Front gezogen war. Das starke Skorerseptett Pospisil, Zimmermann, Bless, Zuber, Oberli, Pocz und Wolfer liess sich kaum je an die Leine legen. Wobei anzumerken ist, dass die KTV-Deckung den Gästen ihre Aufgabe durch unkonsequentes Eingreifen Mal für Mal erleichterte. Schliesslich handelten sich die Einheimischen eine Kanterniederlage ein, welche einer eigentlichen Schmach gleichkam. Was auch Coach Stefan Epp so sah und mit der Wertung «Das war aber nix, wir kassierten eine echte Ohrfeige» quittierte.

Diese Feststellung hilft den Urnern aber auch nicht weiter. Sie werden sich auf ihre Qualitäten ganz einfach bereits am Samstagabend wieder besinnen müssen. Dann nämlich, wenn es auswärts nach (erfahrungsgemäss) ermüdender Anreise Richtung Genf, die Klingen gegen Aufsteiger Chênois in der Calvinstadt zu kreuzen gilt. Die Romands stehen nach zwei Einsätzen noch punktelos am Ranglistenende (43:61), Altdorfs Bilanz präsentiert sich mit 2/50:59.

Gegen Horgen erwies sich Nicolai Christensen übrigens als bester Skorer (5), vor Ivan Fallegger und Marko Koljanin (je 4). Christensen wies eine Schussauswertungsquote von 71 Prozent, vor Ivan Fallegger und Elias Arnold (je 66), Marc Vollenweider sowie Fabian Auf der Maur (je 60) aus. Keeper Jan Dittli präsentierte eine Abwehrquote von 30, Noah Ineichen eine solche von 19 Prozent.

Altdorf spielte mit: Noah Ineichen, Jan Dittli; Marc Vollenweider (3), David Arnold (1), Manuel Gisler, Daniel Baumann, Ivan Fallegger (4), Pascal Aschwanden, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (3), Elias Arnold (2), Mario Obad (2), Marko Koljanin (4), Nicolai Christensen (5).

Gelesen 866 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 15 September 2016 16:20