Sonntag, 02 Oktober 2016 00:00

Täli-Truppe heizte Overdogs tüchtig ein

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Schweizercup: KTV Muotathal – HC KTV Altdorf 29:32

Dreiviertel Stunden vor Spielende stand das mit Spannung erwartete Derby noch auf des Messers Schneide. Doch dann trumpften die Urner beeindruckend auf.

23 Koljanin MarkoRund 450 Kiebitze wollten sich den Thriller in der Muotathaler Halle am Samstagabend nicht entgehen lassen. Etwa ein Viertel der «Quote» war aus dem Urnerland angereist, denn der Cup-Sechzehntelfinal versprach Hochspannung pur. So kam es denn auch. Die Schwyzer drückten vom Anpfiff weg tüchtig auf die Tube. Sie forderten dem Nati-B-Vertreter das gesamte Repertoir ab.

Das erste Tor der Partie erzielte seitens der Altdorfer Nicolai Christensen, der im Verlaufe der Begegnung noch sieben weitere Male ins Volle traf. Wie erwartet ging der KTV Muotathal (1. Liga) in der Folge konzentriert und motiviert zur Sache. Die Urner führten nach den ersten 10 Minuten zwar 5:4. Doch die Gastgeber konterten eiskalt, um nach einer Viertelstunde mit 9:7 in Front zu liegen. Zweieinhalb Minuten vor der Pause führten die Platzherren gar mit drei Längen Reserve (17:14). Nicolai Christensen sowie Marc Vollenweider liessen die Urner wieder etwas durchatmen - zur Pause stand das Urschweizer Derby 17:16 zugunsten des Täli-Trupps.

Die Schwyzer liessen sich in der Garderobe offenbar zusätzlich eine Motivationsspritze verpassen. Nach 40 Minuten lagen sie gegen die Höherklassigen (NLB) mit 22:18 in Front. Dies war dann aber für die Gebeutelten offenbar doch eine Art Schuss vor den Bug. Spielertrainer Mario Obad und seine Akteure profitierten von einigen Unzulänglichkeiten der Platzherren kaltschnäuzig. Sie reduzierten den Vorsprung der Muotathaler auf eine Länge. In der 44. Minute hatte Flavio Fallegger den Gleichstand bewerkstelligt (22:22). Nach dem 25:25 lancierten Mario Obad sowie Altdorfs Topskorer Marko Koljanin (zehn Treffer) die Schlussoffensive ihres Kollektiv. Der Sturmlauf der Urner hatte denn auch Hände und Füsse – die Besucher erhöhten ihren Vorsprung auf 30:25 (54. Minute). Der Bann war damit gebrochen, die Einheimischen sahen sich mehrheitlich in der Defensive festgenagelt. Als dann Pascal Aschwanden 192 Sekunden vor dem Abpfiff auf 32:27 erhöhte, war die Sache für die Favoriten definitiv geritzt, auch wenn die Schwyzer das Ergebnis durch Patrick Föhn sowie Kevin Heinzer noch etwas zu verbessern vermochten (32:29).

Oberklassige lange Zeit geärgert

Der Kommentar der Heimteamchronistin: «Die Muotathaler ärgerten die oberklassigen Urner lange Zeit. Kampfgeist und Siegeswille waren von Anfang an spürbar, und auch die zahlreichen Fans unterstützten ihre Formation mit allen erdenklichen Mitteln. Am Ende setzte sich jedoch die Klasse der Urner durch, denn in der entscheidenden Phase trafen sie die richtigen Entscheidungen und erzielten Treffer um Treffer.» Altdorfs Spielertrainer Mario Obad: « Die erste Halbzeit verlief ganz und gar nicht nach unseren Vorstellungen. In der Deckung wirkten wir fahrig, im Angriff wurde oft unkonzentriert zur Sache gegangen. Im Rahen der Schlussviertelstunde spielten wir als Kollektiv dann echt überzeugend. Erfreulich war insbesondere der gute Einsatz unserer verschiedenen zum Zuge kommenden Nachwuchsleute, insbedonere auch Fabio Arnold und Pascal Aschwanden, die das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigten.»

Skorer des Abends war in den Reihen des HC KTV Altdorf wieder einmal mehr Marko Koljanin. Zehnmal traf der stark auftrumpfende Kroate in den Netzhimmel der Gastgeber, achtmal war der entfesselte Nicola Christensen, sechsmal Spielertrainer Mario Obad erfolgreich. Eine hundertprozentige Abschlusserfolgsquote liessen sich die Nachwuchsakteure Marc Vollenweider, Flavio Fallegger und Pascal Aschwanden attestieren – Marko Koljanin brachte es auf stolze 90 Prozent. Torsteher Noah Ineichen parierte 30 Prozent der auf sein Tor abgefeuerten Bälle, der erst 17-jährige Fabio Arnold 13 Prozent.

Gegner wird am Dienstag ausgelost

Durch den Sieg im Täli sicherte sich der HC KTV Altdorf den Vorstoss in den Schweizercup-Achtelsfinal. Das Los wird am Dienstag entscheiden, auf wen die Urner nun treffen.

Voranzeige: In der NLB-Meisterschaft trifft der Obad-Trupp am Samstagabend, 8. Oktober in der Feldliarena vor eigenem Publikum auf den TV Möhlin. Die Nordschweizer haben sich im Vergleich zum Vorjahr merklich verstärkt und bereits sehenswerte Resultate erzielt. Im Rahmen der jüngsten Cuprunde beispielsweise liessen sie sich durch die hochkotierten Winterthurer Pfader (NLA) nur mal mit vier Längen Differenz auf Distanz halten (21:25).

Altdorf spielte gegen Muotathal mit: Noah Ineichen, Fabio Arnold; Marc Vollenweider (1), David Arnold (1), Manuel Gisler, Ivan Fallegger (2), Pascal Aschwanden (1), Flavio Fallegger (1), Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur, Yannick Drollinger (2), Mario Obad (6), Marko Koljanin (10), Nicolai Christensen (8).

 

Gelesen 802 mal Letzte Änderung am Sonntag, 02 Oktober 2016 22:19