Montag, 17 Oktober 2016 00:00

Leader bezwungen – aber Torjäger Koljanin verloren

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Kadetten Espoirs Schaffhausen – HC KTV Altdorf 26:27

Für den Coup der sechsten Runde waren die Urner am Wochenende in der Munotstadt besorgt. Sie brummten den Gastgebern die erste Saisonniederlage auf.

23 Koljanin MarkoDas hatte wohl kaum jemand erwartet. Nämlich dass der KTV-Trupp ausgerechnet dem Leader – und erst noch auswärts – die ersten beiden Punkte in der noch jungen Saison abzwacken würde. Doch das Team von Spielertrainer Mario Obad und Coach Stefan Epp knüpfte weitgehend an die Superleistung des voran gegangenen Wochenendes (Erfolg über Möhlin) an. Es zeigte eine beeindruckende Leistung und stand schliesslich als Sieger in einer von den Sitzen reissenden Begegnung fest. Fatalerweise wurde die Freude über den genialen Erfolg aber ernsthaft getrübt. Denn schon nach wenigen Minuten zog sich Marko Koljanin, bisher mit Abstand bester Skorer der Innerschweizer, eine Knieverletzung zu und schied aus (ihm sei gute Besserung sowie rasche Genesung gewünscht!). Diese Woche wird sich weisen, wie schwer die Blessur einzustufen ist. Ein ärztlicher Untersuch, verbunden mit einem MRI, muss zeigen, wie das Ganze einzustufen ist. Vor Ort nahm Physiotherapeut Koen Haelters eine erste «Sichtung» vor. Seiner Meinung nach dürfte der Unglücksrabe mit einer etwa dreiwöchigen Zwangspause rechnen müssen. Ein herber Schlag für die Altdorfer, die sich mit ihrem Achtungserfolg im Mittelfeld der Zwischenrangliste etabliert haben und nun 7 Punkte aufweisen.

Die weiteren Ergebnisse der Runde: Stäfa – Siggenthal 25:25, Baden – Solothurn 27:24, Möhlin – Horgen 26:25, Yellow/Pfadi Winterthur – Wädenswil 30:28, Endingen – Birsfelden 27:24, Chênois Genf – Steffisburg 21:25.

Das aktuelle NLB-Klassement: Stäfa 11 Punkte, Endingen und Schaffhausen je 10, Möhlin und Solothurn je 8. Altdorf, Solothurn und Horgen je 7, Siggenthal und Baden je 4, Birsfelden, Genf, Wädenswil und Winterthur je 2. – Voranzeige: Am Samstag, 22. Oktober, steigt in der Feldliarena (um 19 Uhr) der Spitzenfight gegen Leader (und NLA-Absteiger) Stäfa.

Emotionen und Hochspannung

Die Partie in Schaffhausen stand im Zeichen etwelcher Emotionen und Hochspannung bis zur letzten Sekunde. Die Gastgeber traten nur mit 12 (Altdorf: 14) Akteuren und zwei angeschlagenen Spitzenspielern an. Darunter Maximilian Gerbl (Fussprobleme), der schon frühzeitig eine Zwangspause einlegen musste, später aber wieder mittun konnte.

Keine der beiden Mannschaften vermochte sich vorerst vom Gegner abzusetzen. Dabei durften sich die Abwehrakteure beider Formationen ein Kränzlein winden lassen. Sie lieferten einen Topjob ab. Nichts könnte dies besser beweisen als die magere Torausbeute – zur Pause stand die Begegnung nur mal gerade 11:10 zugunsten der Urner.

Dreimal rot verhängt

Noah IneichenGar nicht kompromissbereit zeigten sich die beiden Unparteiischen Keiser/Rottmeier bezüglich Spielleitung. Sie liessen sich (richtigerweise) nicht ins Handwerk pfuschen. So sah sich in der zweiten Halbzeit der Schaffhauser Jonas Schelker (nach einer despektierlichen Handbewegung) schon in der 35. Minute in die Kabine verabschiedet (Disqualifikation mit Bericht). In der 54. Minute folgte ihm Kevin Ledermann nach einem (über)harten Einsteigen. Dritter im Bunde der «Roten» war Markovic Zoran aus der Schaffhauser Truppe (55. Minute) – beide «Sünder» mit dem Vermerk «Disqualifikation ohne Bericht». Mit der Spielleitung waren indessen etwelche Teamverantwortliche und Akteure nicht zufrieden. Der Chronist der Schaffhauser ortete in seinem Rapport «zahlreiche fragwürdige Entscheidungen, mit welchen wohl niemand in der ganzen Halle zufrieden war». Sei dem, wie man wolle: 10 Minuten vor Spielschluss zeichnete sich eine Vorentscheidung ab, als der HC KTV Altdorf mit 22:19 in Front gezogen war. Was die Gastgeber dazu veranlasste, ein Teamout anzufordern. Gut 4 Minuten vor dem letzten Sirenenton führten die Innerschweizer mit 26:23. Doch das war noch nicht alles. Denn das Obag-Kollektiv machte sich das Leben selber schwer. Sowohl Nicolai Christensen wie der KTV-Spielertrainer scheiterten mit zwei Penaltyversuchen am starken Schaffhauser Zerberus Kaj Stokholm (der insgesamt 58 Prozent (!) aller Altdorfer Torwürfe magistral zunichtemachte). Um gleich bei den Torstehern zu verweilen: Auch Altdorfs Schlussmann zeigte sich an diesem denkwürdigen Spielnachmittag von seiner Schoggiseite. Er «krallte» 17 Bälle der Gegner, damit insgesamt auf eine 40-prozentige Abwehrerfolgsquote kommend.

Matchwinner Noah Ineichen

Doch zurück zum Spielverlauf: Als die Matchuhr bei 57.11 stand, hatten die Munotstädter auf 27:26 verkürzt. Dabei sollte es bis zuletzt bleiben, zumal im allerletzten Moment Noah Ineichen eine gegnerische Topchance Patrice Bührers mit genialem Reflex entschärfte.

Mit dem Erfolg seiner Truppe war Spielertrainer Mario Obad, der übrigens den letzten Treffer seiner Formation erzielt hatte, natürlich höchst zufrieden. Er sah eine alles über alles gesehen topmotivierte Mannschaft im Einsatz, die insbesondere in der Defensive erneut einen ausgezeichneten Eindruck hinterliess. «Wesentlichen Anteil am Erfolg hatte nicht zuletzt Torhüter Noah Ineichen, doch auch unsere übrigen KTV-Akteure setzten höchst positive Akzente. Ingesamt verzeichneten wir mehrere Schüsse, die nur an der gegnerischen Torumrandung landeten», lautete die Bilanz des Teamchefs.

Als erfolgreichster KTV-Shooter zeichnete sich Yannick Drollinger (6 Treffer) aus, vor Marius Kasmauskas (5), Ivan Fallegger, Mario Obad sowie Nicolai Christensen (je 4). Bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden liess sich Marko Koljanin eine hundertprozentige Chancenauswertung attestieren. Yannick Drollinger kam auf 85, Ivan Fallegger auf 80 Prozent. Beiden Mannschaften darf im Übrigen bescheinigt werden, sich generell einen ausgesprochen fairen Fight geliefert zu haben.

Altdorf spielte mit: Noah Ineichen, Jan Dittli; Marius Kasmauskas (5), David Arnold (1), Ivan Fallegger (4), Pascal Aschwanden, Flavio Fallegger, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (2), Elias Arnold, Yannick Drollinger (6), Mario Obad (4), Marko Koljanin (1), Nicolai Christensen (4).

 

 

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