Freitag, 28 Oktober 2016 00:00

Vom gegnerischen Sturmwind verweht…

geschrieben von
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Schweizercup Achtelfinal: HC KTV Altdorf (NLB) – HC Kriens/Luzern (NLA) 20:40

Das von Optimisten insgeheim erhoffte «Wunder in der Feldliarena» fand am Donnerstagabend nicht statt. Die verletzungshalber arg gebeutelten Urner vermochten an der gegnerischen Superfestung nicht zu rütteln.

Prominenz A KriensDass es der HC KTV Altdorf verstanden hatte, bis in die Achtelfinals des attraktiven nationalen k.o.-Wettbewerbes vorzudringen, entsprach einer höchst beachtlichen Leistung. Nun führte der Weg die beiden Innerschweizer Nummern eins respektive zwei zusammen. Die ansprechende Ausmarchung fand vor knapp 500 Kiebitzen am Donnerstagabend in der Feldliarena unter der souveränen Leitung von Hristo Boskoski und Lukas Stalder, die schon seit fünf Jahren gemeinsam arbitrieren, statt. Die Urner hatten das Handicap zu verkraften, ihre Top-Akteure Marko Koljanin und Marius Kasmauskas ein weiteres Mal nicht zu Stelle zu haben. Beide hatten sich vorgängig Verletzungen zugezogen, die es zurzeit auszukurieren galt.

Vielversprechender Auftakt des KTV

dDrollinger Krien 2Das erwähnte Handicap schlug allzu negativ zu Buche. Der KTV-Trupp vermochte den Kriensern nach vielversprechenden Auftaktminuten in keiner Art und Weise Paroli zu bieten, da er gegen die Vierten des Zwischenklassements im NLA-Championat ganz einfach zu bescheiden besetzt war. Ihren verletzten Torsteher Paul Bar (mit polnisch-deutschen Wurzeln) ersetzten die Besucher durch den reaktivierten Roman Schelbert vom KTV Muotathal. Dieser erinnerte mit einer Vielzahl exzellenter Paraden (45-prozentige Abwehr-Erfolgsquote) an seine allerbesten Zeiten. Auf der Gegenseite war auch Keeper Noah Ineichen nicht von Pappe. Mit verschiedenen Glanztaten spielte sich Altdorfs Schlussmann immer wieder in die Herzen der einheimischen Fans.

Ineichenco KriensIn der Abwehr wirkte der HC KTV Altdorf längst nicht mehr so gut organisiert wie im Rahmen der vorgängig (gewonnenen) NLB-Einsätze, als sich die Urner immer wieder auszuzeichnen verstanden. Doch bleibt anzumerken, dass die Luzerner (Trainer: Heiko Grimm) eben eine eingespielte Truppe auf dem Parkett stehen hatten, die sich zusätzlich seitens der eigens nach Altdorf «transferierten» Musikanten des HCK-Fanklubs zu Sonderleistungen aufpeitschen liess. Der Schlachtenruf «Hiä regiärt dr Üristier» verhallte jedenfalls für einmal echolos in den Ovationswellen der Krienser/Luzerner Supporter, in deren Team mit Jost Brücker (vormals: St. Otmar St. Gallen, NLA) ein Ex-Altdorfer sein stupendes Handball-Repertoire zum Besten zu geben verstand (hundertprozentige Abschluss-Erfolgsquote im Rahmen des Donnerstagabendfights).

Prominenter Ehrengast

AuderMaurJost KriensDer trotz des klaren Ergebnisses begeisternde Handballabend erhielt eine spezielle Note verpasst, da sich Olympiade-Teilnehmerin Jolanda Annen - die in Rio de Janeiro (Brasilien) unlängst auf dem 14. Platz etablierte Triathletin aus Schattdorf - in einem mit Stefan Arnold (Handballpräsident HC KTV Altdorf) während der Pause geführten Interview in die Karten schauen liess und aufschlussreiche Informationen im Hinblick auf die nächsten Olympischen Spiele (Tokio 2020) abgab.

In der Anfangsphase der Cuppartie vermochte der HC KTV Altdorf mit den Besuchern vielversprechend mitzuhalten. Fabian Auf der Maur glich das 0:1, Yannick Drollinger das 1:2, Mario Obad das 2:3 der hochkarätigen Gäste aus. Der SCK wurde seiner Favoritenrollen in der Folge immer deutlicher gerecht. Immerhin vermochten die Altdorfer nach dem 5:9 nochmals zu reagieren und mit sehenswerten Angriffen respektive Toraktionen auf 9:10 (20. Minute) zu verkürzen. Als dann der Ex-Altdorfer Jost Brücker mit dem 15. Treffer der Besucher seine Aufwartung machte, gerieten die Altdorfer weiter in Schieflage. Die Seiten wurden beim Stande von 12:19 gewechselt.

Rückstand vergrösserte sich stetig

Die zweite Halbzeit wurde mit Jan Dittli im Tor in Angriff genommen. Er wusste die clever agierenden SCK-Angreifer kaum je an erfolgreichen Abschlüssen zu hindern. David Arnold mit zwei sehenswert herausgespielten Treffern vermochte auf der Gegenseite sehenswerte Tore zu erzielen. Spielertrainer Mario Obad räumte sein Aktionsfeld in der Folge zugunsten zusätzlicher KTV-Nachwuchsakteure. Diese lösten ihre Aufgaben recht gut. Doch war unverkennbar, dass der Weg der Altdorfer Youngster nach «oben» noch ein beschwerlicher ist.

Die Partie stand im Verlauf der letzten 20 Minuten immer deutlicher im Zeichen der Gäste. Sie wirbelten die KTV-Deckung Mal für Mal gehörig schwindlig, damit erkennen lassend, dass sie im nationalen Championat nicht von ungefähr auf einer der vordersten Position (zusammen mit Wacker Thun nach zehn Einsätzen in der Qualifikationstour 14 Punkte aufweisend und die 3. respektive 4. Stelle einnehmend) anzutreffen sind.

Die Cuppartie endete schliesslich mit zwanzig Längen Differenz zugunsten des SC Kriens/Luzern, der sich damit für den Viertelfinal qualifizierte. Nicht zufrieden mit den Leistungen ihrer Truppe zeigten sich Spielertrainer Mario Obad und Coach Stefan Epp: «Wir hatten uns eigentlich mehr erhofft, aber offenbar die Erwartungen zu hoch gesteckt. Sind einmal die leidigen Verletzungen der beiden Leistungsträger Koljanin und Kasmauskas auskuriert, werden wir indessen bestimmt wieder zu neuen Ufern im Rahmen des NLB-Championats aufbrechen können.»

Erfolgreichster Skorer im KTV-Team war am Donnerstagabed Nicolai Christensen. Er traf fünfmal ins Volle, vor dem stark auftrumpfenden Nachwuchsakteur David Arnold, Spielertrainer Mario Obad sowie Yannick Drollinger. Dieses Trio liess sich je drei Tore gutschreiben. Fabian Auf der Maur verzeichnete als einziger der Gastgeber eine hundertprozentige Abschlusserfolgsquote, vor Yannick Drollinger (75 Prozent), Kevin Ledermann und Ivan Fallegger (je 50).

Altdorf spielte mit: Noah Ineichen, Jan Dittli; Marc Vollenweider, David Arnold (3), Ivan Fallegger (2), Pascal Aschwanden, Flavio Fallegger, Kevin Ledermann (2), Fabian Auf der Maur (2), Elias Arnold, Yannick Drollinger (3), Mario Obad (3), Nicolai Christensen (5).

 

Gelesen 770 mal Letzte Änderung am Freitag, 28 Oktober 2016 11:55