Montag, 12 Dezember 2016 00:00

Das Nervenkostüm war zu dünn gestrickt…

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TV Birsfelden – HC KTV Altdorf 30:30

Ein Sieben-Tore-Vorsprung reichte den Urnern nicht zum Sieg. Immerhin rissen sie wenigstes einen Zähler aus dem Ofen.

11 Aschwanden Pascal 2Was den Handballsport immer wieder – wenn auch nicht alle Tage – so attraktiv macht: Selbst sogenannt riesengrosse Zwischenergebnis-Reserven schwinden ab und zu wie Schnee an der Frühlingssonne dahin. So wieder einmal geschehen am Samstagabend im Birsfelder Sportpalazzo anlässlich des Stechens zwischen den Baselländern und Urschweizern. Als der KTV-Trupp gegen die Tabellennachbarn 27 Minuten vor Spielschluss mit 22:15 im Vorteil lag, setzten wohl nur die allergrössten (einheimischen) Optimisten noch auf einen möglichen Punktegewinn ihres Teams. Doch alles kam völlig anders. Die Urschweizer mussten schliesslich froh sein, nicht noch mit einer Schlappe eingedeckt zu werden. Doch alles schön der Reihe nach.

Der HC KTV Altdorf hatte weiterhin auf den verletzten Nikolai Christensen zu verzichten. «Topper» Marko Koljanin, der wenige Tage zuvor gegen Baden gleich dreizehnmal ins Volle getroffen hatte, vermochte nicht voll durchzuspielen. Er wirkte lediglich sporadisch in seinem Team mit, insgesamt nur einen Treffer ins Trockene bringend. Elias Arnold fehlte aufgrund einer Verletzung. Auch Birsfelden hatte mehrere angeschlagene Akteure zu ersetzen.

KTV-Höhenflüge nach der Auftaktviertelstunde

Ivan Fallegger katapultierte seine Farben schon in der Startphase in Front. Dem 1:1 setzten die Urner das 8:5 entgegen (Stand nach der ersten Viertelstunde – vor rund 150 Zuschauern und unter der aufmerksamen Leitung der Unparteiischen Patrik Meier und Urs Fässler). Sechs Minuten vor dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber auf 13:13 ausgeglichen. Eine sehenswerte Phase präsentierte der KTV bis zur 30. Minute. Mario Obad (dreimal), Ivan Fallegger, Marius Kasmauskas, der eine starke Leistung erbringende Nachwuchsspieler Pascal Aschwanden sowie Fabian Auf der Maur, welcher an diesem Abend nach längerer Zeit wieder einmal seine Skorerfähigkeiten unter Beweis stellte, schraubten das Ergebnis auf 20:15.

Als dann kurz nach Wiederaufnahme der Partie Mario Obad und Marius Kasmauskas zwei weitere Briketts zugelegt hatten (22:15) schien der Gotthardexpress definitiv auf Erfolgskurs zu dampfen. Zehn Minuten vor Spielschluss lagen die Altdorfer, die nun vermehrt einige Unzulänglichkeiten offenbarten, mit 28:24 Obad Mario filteredvoraus. Birsfelden schöpfte in der Folge aus dem Fundus seines Glaubens an sich selbst und profitierte von einer eigentlichen Schwächephase der Altdorfer Defensive. So hatten die Baselländer in der 55. Minute auf 29:29 gleichgezogen. Fabian Auf der Maur sorgte für den erneuten Führungstreffer seines Kollektivs. Als die Matchuhr 55.57 anzeigte, war Birsfelden für das 30:30 besorgt. Danach änderte sich am Skore bis zuletzt nichts mehr. Zum einen verzeichneten die Nordschweizer einen Fehlschuss, die Altdorfer gleich deren drei (Yannik Drollinger, Mario Obad, Marius Kasmauskas). Zum andern entfaltete der im Verlaufe der Partie eingewechselte Hexer Yasin Kühner (nomen est omen…), auf der TVB-Homepage nicht zu Unrecht als «Teufelskerl» gehandelt, im Tor der Gastgeber mit kühnen Paraden seine genialen Künste. Der Juniorenkeeper (Jahrgang 1999) mit deutschen Wurzeln, dessen persönliches Ziel ein Aufstieg in die deutsche Bundesliga und gar in die Nationalmannschaft - wie seinem persönlichen Porträt zu entnehmen ist - und der bereits zuvor mehrere Bälle der Urner mit unglaublichen Reflexen entschärft respektive unschädlich gemacht hatte, als eigentliches «pièce de résistance». So kam denn auch die Punkteteilung der beiden Mannschaften zustande. Sie trug Birsfelden wie Altdorf je einen Zähler ein, der damit beide Formationen weiter vom Ranglistenschlussduo (Chênois Genf und Wädenswil) wegbrachte.

Starker Pascal Aschwanden

Mario Obad liess sich mit acht Treffern als bester Skorer seiner Formation feiern. Marius Kasmauskas traf ein halbes Dutzend Mal ins Ziel, der überzeugend auftrumpfende Nachwuchsspieler Pascal Aschwanden sowie Fabian Auf der Maur je vier Mal. Eine beeindruckende hundertprozentige Abschlussauswertung verzeichnete Pascal Aschwanden, ebenso wie Marko Koljanin, Mario Obad erreichte 61, Yannick Drollinger 60, Fabian Auf der Maur 57 Abschluss-Erfolgsquotenprozente. Die Torsteher Noah Ineichen wehrten 20, Jan Dittli 25 Prozent der auf ihr Tor abgefeuerten Bälle erfolgreich ab.

An der Spitze der NLB entschied Endingen den Topfight der Runde gegen Stäfa mit 29:23 klar für sich, damit den Leaderposten mit 24 Punkten (vor Stäfa mit 21 Zählern) jetzt klar für sich in Anspruch nehmend. Die weiteren Ergebnisse der 23. Runde: Yellow/Pfadi Winterthur - Steffisburg 26:23, Solothurn - Kadetten/Espoirs Schaffhausen 24:36, Wädenswil - Möhlin 21:33, Siggenthal - Chênois Genf 30:23, Horgen - Baden 25:33.

Der HC KTV Altdorf tritt nun im letzten Spiel des zu Ende gehenden Jahres am Samstag auswärts gegen Siggenthal an. Die Aargauer haben eben erst gewichtige vereinsinterne Wechsel vorgenommen. Als neuer Cheftrainer zeichnet Sascha Schönholzer zuständig. Im Weiteren wurden verschiedene Teamverantwortliche neu bestimmt.

Das Zwischenklassement in der zweithöchsten nationalen Spielklasse - eine Runde vor der mehrwöchigen Meisterschaftspause: 1. Endingen (24 Punkte), 2. Stäfa (21), 3. Möhlin (16), 4. Baden (16), 5. Solothurn (16), 6. Kadetten/Espoirs Schaffhausen (15), 7. Steffisburg (15), 8. Horgen (14), 9. Altdorf (12), 10. Siggenthal (10), 11. Yellow/Pfadi Winterthur (10), 12. Birsfelden (8), 13. Chênois Genf (3), 14. Wädenswil (2).

Altdorf spielte mit: Noah Ineichen, Jan Dittli; Marc Vollenweider, Marius Kasmauskas (6), David Arnold (2), Ivan Fallegger (2), Pascal Aschwanden (4), Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (4), Yannick Drollinger (3), Mario Obad (8), Marko Koljanin (1).

 

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