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Sonntag, 18 Dezember 2016 00:00

Tausendsassa Moser: 14 Schüsse, 14 Tore…

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HSG Siggenthal – HC KTV Altdorf 35:28

Ein Mann schoss die Urner praktisch im Alleingang ab: Marius Moser. Urner «überwintern» auf ungewohntem 10. Ranglistenplatz.

obadepp möhlinAm späten Sonntagnachmittag trat der HC KTV Altdorf im Rahmen der 14. Qualifikationsrunde im Aargau an. Das Handicap der Innerschweizer war gross: Weiterhin musste auf Topskorer Marko Koljanin verzichtet werden, der nach einem rüden Foul in Birsfelden am 10. Dezember verletzt worden war und seither pausieren muss. Der Ausfall des Kroaten ist für die Mannschaft fatal und männiglich ist froh, dass die Meisterschaft nun bis Ende Januar aufs Eis gelegt wird. Im Lager des HC KTV Altdorf ist die Hoffnung gross, dass Koljanin bis zum Spiel gegen Chênois Genf (28. Januar, Feldliarena) wieder fit sein wird.

Weitere Problempunkte

Gegen Siggenthal war es aber nicht nur das Fehlen des «Toppers», sondern es lief auch sonst einiges aus dem Ruder. Die mitgereisten Fans rieben sich jedenfalls die Augen, als sie machtlos zusehen mussten, wie ein gewisser Marius Moser in den Reihen der Aargauer genau 14-mal zu einem «Hammer» ansetzte und ebenso oft damit reüssierte blieb aus. Fast schon eine Leistung, die im Guinessbuch Eintrag finden könnte. Frage an Radio Eriwan: «Ist meeglich, dass Mister Moser so lange derartige Freiheiten geniesst, ohne mit einer effizienten Manndeckung an Leine gelegt zu werden?» Die Antworten wissen in der Tat wohl nur die Handballgötter…

Dass die Akteure des HSG Siggenthal/Vom Stein Baden leichtes Spiel hatten, ihr Heu während der zweiten Halbzeit definitiv im Schober einzufahren, lag an weiteren Unzulänglichkeiten, die im Urner Team auffielen. Da war einmal die Abwehr, die während längerer Zeit löchrig wie ein Emmentaler Käse wirkte und insgesamt fast drei Dutzend Minustreffer kassierte. Es schien aber in der wichtigen Phase der zweiten halben Stunde auch etwas die Motivation zu fehlen, um der aus dem Ruder zu laufen drohenden Partie noch eine Wende zu verleihen. Wie sagte es ein profunder Kenner der KTV-Befindlichkeit (und Matchbesucher) nach dem Debakel doch so trocken? «Irgend etwas muss während der bevorstehenden Meisterschaftspause geschehen. Die Mannschaft scheint auf einem Zwischentiefpunkt angelangt zu sein. Sie wirkt phasenweise geradezu demotiviert. Jemand muss da ein Machtwort sprechen!»

Zum Spielverlauf

Bis zur 10. Minute verlief die Begegnung ausgeglichen (6:6). Auch nach fast 20 Minuten lautete das Skore auf pari (10:10). Ein Zwischenspurt der Siggenthaler liess diese in der Folge mit drei Längen Differenz in Front ziehen. Die Seiten wurden beim Stande von 18:16 zugunsten der Aargauer gewechselt. Eine Viertelstunde nach Wiederaufnahme der Begegnung drohte den Urnern das Ruder bereits vorzeitig zu entgleiten. Sie gerieten immer deutlicher ins Hintertreffen. Der HC KTV Altdorf fand kein valables Rezept, um den Rückstand zu verkleinern. Sieben Minuten vor dem Abpfiff lagen die Innerschweizer mit sieben Toren Differenz in Schieflage. Dabei blieb es bis zuletzt.

Zur Niederlage der KTV-Truppe bleibt anzumerken, dass sich ihre Akteure die Zähne immer wieder (auch) an den Topparaden des gegnerischen Keepers Raphael Aeberhard ausbissen. Er parierte sensationelle 52 Prozent aller auf seinen Kasten abgefeuerten Bälle magistral. Im Kollektiv der Altdorfer waren Spielertrainer Mario Obad sowie Marius Kasmauskas mit je acht Toren die effizientesten Werfer. Yannick Drollinger kam auf eine 75-prozentige Abschlusserfolgsquote. Mario Obad sowie Marius Kasmauskas liessen sich je 57, David Arnold 50 Prozent notieren.

Endingen baute Leaderposition aus

Nach der siebten Saisonniederlage liegen Siggenthal und Altdorf jetzt mit je 12 Zählern auf der 9. respektive 10. Ranglistenposition. Vorentscheidendes tat sich an der Tabellenspitze, wo Stäfa gegen Solothurn überraschenderweise Federn lassen musste und Endingen seine Leaderposition auszubauen vermochte.

Die weiteren Resultate im Einzelnen: Stäfa – Solothurn 22:27, Wädenswil – Kadetten Espoirs Schaffhausen 24:33, Baden – Steffisburg 28:25, Horgen – Birsfelden 28:32, Möhlin – Yellow/Pfadi Winterthur 26:21, Endingen – Chênois Genf 44:32. – Die Rangliste vor der gut einmonatigen Meisterschaftspause: 1. Endingen (26 Punkte), 2. Stäfa (21), 3. Möhlin (18), 4. Baden (18), 5. Solothurn (18), 6. Kadetten Espoirs Schaffhausen (17), 7. Steffisburg (15), 8. Horgen (14), 9. Siggenthal (12), 10. Altdorf (12), 11. Birsfelden (10), 12. Yellow/Pfadi Winterthur (10), 13. Chênois Genf (3), 14. Wädenswil (2).

In den Reihen des HC KTV Altdorf ist jetzt eine willkommene Verschnaufpause angesagt. Die Trainings laufen wieder am 9. Januar mit Volldampf an.

Gelesen 1009 mal Letzte Änderung am Montag, 19 Dezember 2016 08:19