Christian Amrein

Christian Amrein

eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Montag, 07 Dezember 2020 16:07

Überstürzung par excellence

 

Kommentar von Christian Amrein, Torhüter Herren 1

 

Die Diskussionen laufen momentan heiss, wie und in welchem Umfang sich die Familie an Weihnachten trifft, wo verzichtet wird und was wohl verhältnismässig wäre. Sogar der Gesetzgeber zieht bei zehn Personen den Schlussstrich. Umso mehr überraschte der Verband mit dem Willen, bereits einen Monat später Handballspiele mit mindestens dreissig Personen stattfinden zu lassen.

 

Seit Ende Oktober ist Kontaktsport schweizweit verboten. So ist der Trainingsbetrieb stark eingeschränkt. Eins-gegen-eins Situationen unmöglich, Mannschaftstaktik sowieso, einzig im individuellen und athletischen Bereich dürfen wir arbeiten. Die Zweikämpfe belasten Schultern, Fussgelenke und Knie. Will man uns Spieler nun wieder an diese Belastungen heranführen, sind vier Wochen uneingeschränkte Trainings unabdingbar, sonst spielt man mit unserer Gesundheit oder gibt denjenigen einen Vorteil, die die Regeln nicht ganz so Ernst nehmen.

 

Drei Wochen bleiben der Schweiz, um die Neuinfektionen vor den Festtagen so zu minimieren, damit auch Familienfeste im kleinen Rahmen nicht zu Spreader-Events verkommen. Dass die Fallzahlen über die Festtage steigen werden, ist dabei aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Umso kleiner sehe ich die Chance, dass just auf diesen Zeitpunkt die Massnahmen gelockert werden. Denn nicht nur dieses Verbot muss fallen, sondern auch die Quarantäneregelung müsste angepasst werden, um einen so straffen Zeitplan zu ermöglichen.

 

Wie unmöglich ein geregelter Spielbetrieb zurzeit ist, zeigen die unzähligen Spielverschiebungen im Profibereich sämtlicher Sportarten. Sportler, deren einzige Aufgabe es ist, ihren Beruf auszuüben und sich von Infektionsherden fernzuhalten. Wenn es da schon nicht klappt, wie soll es dann im Amateurbereich funktionieren?

 

Der KTV würde zehn Spiele in neun Wochen absolvieren, da die durch die Quarantäne im Oktober entfallenen Spiele ebenfalls noch nachzuholen sind. Schon jetzt sind keine Reserven mehr vorhanden, denn schon so muss englisch gespielt werden um die Deadline Ostern einzuhalten. Ein erneuter Hausarrest wäre der endgültige Gnadenstoss.

 

Diese hohe Belastung zieht noch ein weiteres Problem mit sich. Verletzte oder abwesende Spieler werden mit Junioren oder Spielern aus der zweiten Mannschaft ersetzt. So kommt es zu einer weiteren Durchmischung der Teams. Im Oktober kam es bei einem Spiel der U19 Junioren-Spielgemeinschaft zu einem Coronafall. Einer der Junioren gehört zum erweiterten Herrenkader und infizierte dort zwei weitere Spieler. Aus Hallenknappheit teilen sich diese Junioren, die zweite und dritte Mannschaft die Hallenzeiten. Als die Infektion erkannt wurde und das Contact-Tracing intervenieren konnte, verabschiedeten sich das U19, H1, H2 und H3 in Quarantäne.

 

Wie fragil Mannschaftsgebilde in dieser Pandemie sind, wurde also bereits festgestellt. Dazu kommt, dass eine Mannschaft nur als solche funktioniert. Fühlt sich ein Spieler mit der Situation nicht wohl, hat gefährdete Personen im direkten Umfeld oder der Arbeitgeber ist auf die Anwesenheit des Spielers angewiesen, so muss sich diese Einzelperson gegen das Team und dessen Erfolgschancen stellen. Auch wenn wir den Aufstieg in die NLB anvisieren, ich das Handballspielen vermisse und der Wettkampf als Anreiz im Training fehlt, es ist und bleibt Amateursport!

 

Kommentar UW

Bildquelle: Urner Wochenblatt, 5.12.20

Ein jähes Ende für die Altdorfer Handballer

Am späten Freitagnachmittag informierte der Schweizerische Handball-Verband über den sofortigen Abbruch der laufenden Meisterschaft. Am Samstag entschied sich der Vorstand des HC KTV Altdorf, den Trainingsbetrieb ebenfalls einzustellen.

Der Spielbetrieb wurde von Seiten des Verbandes am 13.3.20 per sofort auf allen Stufen eingestellt. Die laufende Saison wird abgebrochen und es finden keine Spiele mehr statt. Ob und wie die Saison gewertet wird, entscheidet und kommuniziert der Verband in den nächsten Tagen. Der Entscheid musste so erwartet werden, war der SHV doch lange einer der wenigen Sportverbände, der den Entscheid über die Durchführung der Meisterschaftsspiele in die Hände der kantonalen Behörden legte. Als dann die Absage des für den Freitagabend angesetzten Nationalliga A Spiels zwischen Winterthur und Zürich der offiziell angekündigten Information des Verbandes zuvorkam, wartete man nur noch auf die Bestätigung des Erwarteten.

Über die sportlichen Auswirkungen dieses Entscheids wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert. Der SHV hat dazu Taskforces mit Vertetern des Zentralvorstands, der Wettspielbehörde, der beiden höchsten Ligen sowie der Geschäfsstelle ins Leben gerufen. Diese entscheiden dann über die Wertung der nun beendeten Hanballsaison 2019/20. Dass die erste Herrenmannschaft mit einer weiteren 1. Liga Saison planen kann, darf als Leader der Abstiegsrunde aber stark angenommen werden.

Notgedrungen versammelte sich daraufhin der Vorstand des HC KTV Altdorf am Samstagmorgen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Der Trainingsbetrieb wurde per sofort für eine Woche eingestellt. Alle Mannschaften wurden bereits über die Absage informiert. In dieser Woche wird in Zusammenarbeit mit den Behörden über weiterführende Massnahmen entschieden. Die Männerriege wird bis Ostern pausieren.

Die Absage des auf den 18. April geplanten Schülerhandballturniers trifft den KTV dabei wohl am härtesten. Knapp 40 Teams wären bei der diesjährige Ausgabe erwartet worden. Da das Turnier ein Eckpfeiler in der Anwerbung von Juniorinnen und Junioren sowie der Präsentation des Handballsports darstellt, sucht der KTV nach einer Alternative noch vor dem Saisonstart im nächsten Herbst. Diese wird aber sicherlich nicht im Rahmen der offiziellen Schulmeisterschaft stattfinden. Alle angemeldeten Teams werden darüber informiert und für das nächste Turnier kontaktiert.

Nebst den Absagen der Heimspieltage, sind auch weitere Vereinsaktivitäten betroffen. Ein Spassturnier mit den Donatoren wurde ebenso wie der für die Vereinskasse unerlässliche Gegenstossevent auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der KTV Altdorf ist sich seiner Rolle im Umgang mit der aktuellen Krise bewusst. Solidarität und Rücksichtnahme sind Werte, die der KTV sowohl als Sportverein, als auch als Bestandteil des sozialen Lebens vermittelt. Deshalb wird das weitere Vorgehen mit den Behörden abgesprochen, um die Massnahmen zur Eindämmung des COVID-19 bestmöglich umzusetzen.

Der Meisterschaftsbetrieb des Schweizerischen Handball-Verbands (SHV) wird aufgrund der neuesten Entwicklungen rund um das Coronavirus per sofort in allen Ligen in der Schweiz abgebrochen. Die Massnahme gilt ab und inklusive heute Freitag, 13. März. Es finden in dieser Saison keine Meisterschafts- und Cupspiele mehr statt.

Der Zentralvorstand entschied dies am Freitagnachmittag gestützt auf die neuen Informationen des Bundes und in enger Absprache mit den innerhalb des SHV eingesetzten Taskforces. Der Abbruch der Meisterschaft gilt gleichermassen für die Swiss Handball League und die SPAR Premium League, sowie auch für Aktive, Nachwuchs und Kinderhandball. Über das Vorgehen im Hinblick auf die nächste Saison wird zu gegebener Zeit informiert.

Quelle: Schweizerischer Handball-Verband