Montag, 04 Oktober 2021 11:53

Altdorf scheitert an sich selbst

geschrieben von Spielbericht
Artikel bewerten
(1 Stimme)

Herren 1. Liga TV Dagmersellen - HC KTV Altdorf 32:26 (16:11), 2.10.21 Dagmersellen Chrüzmatt

 

Die Altdorfer finden über die kompletten 60 Spielminuten nicht zu ihrem Spiel und gehen in Dagmersellen verdienterweise als Verlierer vom Platz.

 

Für einmal war es nicht eine schlechte Startphase, die den Urnern zum Verhängnis wurde. Bis zum 6:7 in der 13. Minute konnte man sogar jeweils einen bis zwei Treffen vorlegen. In den folgenden fünf Spielminuten schenkte man den Dagmersellern mit vier technischen Fehlern sozusagen das Spieldiktat. Einfache Tore über den Konter sorgten schnell für die resultatmässige Wende. Defensiv brachte man vor allem das Abwehrzentrum nicht dicht. Fabian Wyss nutze dies gnadenlos aus, in vier aufeinanderfolgenden Angriffen netzte er ein und sorge dafür, dass der Altdorfer Rückstand auf vier Tore anwuchs. Als die Urner eineinhalb Minuten vor dem Seitenwechsel auf drei Tore verkürzen konnten, reagierte TVD Coach Silvan Graf mit einem Time-out, das seine Wirkung nicht verfehlen sollte. Zwei Luzerner Tore bis zur Sirene sorgten für den klaren 16:11 Pausenstand.

 

Auch im zweiten Umgang standen verunsicherte Altdorfer auf dem Platz. Stefan Epp an der Seitenlinie nahm dies sicherlich zur Kenntnis, gross reagieren konnte er aber nicht. Denn die Mannschaft hat sich an diesem Abend praktisch von selbst aufgestellt. Pascal Aschwanden ist weiterhin rekonvaleszent, Lukas Müller verletzte sich im Abschlusstraining, Marco Inderbitzin war wegen eines Trainerkurses abwesend, Lorin Schleich weilt im Sprachaufenthalt und Manuel Gisler im Urlaub. So standen den Verantwortlichen kein linker Flügel und nur gerade fünf Rückraumspieler zur Verfügung. Carlo Inderbitzin nahm die Position am Flügel ein und Luca Aschwanden, der aufgrund des Militärdienstes seit zwei Wochen nicht mehr trainierte, blieb die einzige Wechseloption für diese vier Positionen. Abgesehen von Dauerbrenner Florian Henrich und Kreisläufer Tomas Adamcik erreichte kein Spieler sein Leistungsniveau. Dementsprechend berechenbar blieb das Altdorfer Angriffsspiel und auch die Defensive fand nicht zur Stabilität.

 

Eine letzte Chance blieb dem KTV noch. Als Andrin Huber beim Stand von 19:15 mit einer 2+2-Minuten Zeitstrafe vom Platz musste, hätte man nochmals verkürzen können. Doch in den ersten beiden Strafminuten stellten die Wiggertaler sogar auf +6, das Spiel war somit vorentschieden. Denn an diesem Abend kam alles zusammen, was halt zusammenkommt wenn es einfach nicht laufen will. Ein Fehlschuss aufs leere Tor oder das Abwerfen der Füsse des Mitspielers auf kurze Distanz sind zwei der deutlichsten Beispiele für dieses Hadern. In der Schlussphase war es dann noch der aufdrehende Dagmerseller Keeper Ramon Häller, der dafür sorgte dass seine Farben beim 32:26 Heimsieg nicht mehr in Bedrängnis kamen.

 

Klar könnte man jetzt die Schuld an dieser Niederlage auf den schmalen Kader schieben. Doch die vorgesehene Stammsieben stand an diesem Abend auf dem Platz und lieferte nicht. Hätte man nach guter Leistung in den Schlussminuten nicht mehr mit dem Tempo des Gegners mitgehen können, ja dann wäre eine solche Begründung angemessen. So muss sich jeder Spieler an die eigene Nase fassen. Denn bereits am Samstag folgt die Cuppartie in Muri. Mit einem Sieg landet man im Lostopf mit den NLA-Vertretern. Dies sollte Anlass genug zur Selbstreflexion sein.

 

Für den KTV spielten:

Christian Amrein/Jan Dittli/Fabio Arnold; Luca Aschwanden (1), Daniel Baumann, Samuel Wyss (2), Carlo Inderbitzin (2), Kevin Ledermann (1), Fabian auf der Maur (5), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (9/2), Tomas Adamcik (6)

Gelesen 175 mal