Freitag, 15 Oktober 2021 01:20

Der Klassiker geht an Handball Emmen

geschrieben von Spielbericht
Artikel bewerten
(3 Stimmen)

Herren 1. Liga HC KTV Altdorf – Handball Emmen 31:36 (16:16), 14.10.21 Altdorf Feldli

 

Die Altdorfer verzweifeln an Emmens Torhüter Yannik Schnellmann und müssen die zweite Meisterschaftsniederlage in Serie einstecken. Damit wurden auch die letzten Hoffnungen auf einen Platz in der Finalrunde begraben.

 

Der Start in die Partie gehörte dem Heimteam. Die Urner stellte eine sattelfeste Defensive gegen den Emmer Positionsangriff, hinter der sich Torhüter Christian Amrein in den ersten sieben Spielminuten gleich vier Paraden gutschreiben konnte. Die Anzeigetafel vermeldete aber einen ausgeglichenen Spielstand, da die Emmer mit zwei Gegenstosstoren nach Fehlern der Altdorfer skoren konnten. Es entwickelte sich diese erwartet ausgeglichene, emotionale und umkämpfte Partie. Nach rund einer Viertelstunde war es Yannick Schnellmann, Handball Emmens Schlussmann, der von sechs Abschlüssen fünf parieren konnte und endgültig im Spiel ankam. Von da an war die Frage nach dem „Man of the Match“ beantwortet. Seine Vorderleute hielten die Spannung aber aufrecht, denn nach drei Fehlern im Angriffsspiel konnten die Urner nochmals zum 11:11 ausgleichen. Das Spieltempo war in dieser ersten Halbzeit enorm hoch, so fielen bis zum Seitenwechsel auf beiden Seiten noch je fünf Tore. 32 Tore, 18 Paraden sowie elf technische Fehler summieren sich zu 61 Angriffen in den dreissig Minuten.

 

Im zweiten Umgang schien die Altdorfer Defensive wie ausgewechselt, überhaupt keinen Zugriff mehr fand sie in diesem Spiel. Vor allem Luka Kovacevic nutzte diese Freiheiten und führte seine Offensive an. Mit zwölf Toren war er der zweite Faktor für den Emmer Sieg. Der Kroate, bereits seit der NLB Saison im Kader der Luzerner, waltete als Dreh- und Angelpunkt. Dem gegenüber stand der Altdorfer Petar Bubalo, der zwar im Sommer verpflichtet wurde, aber erst seit etwas mehr als einer Woche über die Arbeitserlaubnis verfügt. Der Bosnier zeigte zwar gute Ansätze, so ganz integriert scheint er im Spiel des KTV aber noch nicht. Der Modus, in dem bereits die Vorrunde entscheidet, macht diesen Umstand noch verheerender. Im Schatten Kovacevics fand dann auch noch der Rest der in der ersten Halbzeit schwächelnden Rückraumachse Emmens ins Spiel. Offensiv liefen sich die Altdorfer nun häufiger in der gegnerischen Defensive fest. Die notgedrungenen Würfe nutzte der bereits angesprochene Yannick Schnellmann, um das Selbstvertrauen noch weiter zu steigern und den Altdorfern den Zahn mit Paraden von freien Abschlüssen endgültig zu ziehen. Einzig Pascal Aschwanden blieb bei mehr als einem Wurf makellos in der Ausbeute. Daneben trafen Fabian auf der Maur sowie Florian Henrich sechsfach. Der klare 31:36 Endstand entsprach dem gezeigten auf der Platte und der KTV muss damit die Lücke zur Tabellenspitze endgültig aufreissen lassen.

 

Vielleicht fast besser, steht für die Urner bereits am Sonntag das nächste Spiel an. Denn Zeit für grosse Gedankengänge bleibt keine. In Kriens trifft man auf einen Altbekannten. Rückraumspieler Moritz Wolf absolvierte die Vorbereitung in Altdorf und war als fester Bestandteil des Kaders eingeplant. Unstimmigkeiten über seine Rolle im Team veranlassten den Deutschen aber dazu, zu seinem ehemaligen Verein zurückzukehren. Auch wenn von Groll überhaupt keine Rede ist, will man doch beweisen, dass er die sportlich erfolgreichere Option im Kanton Uri gefunden hätte.

 

Für den KTV spielten:

Christian Amrein/Jan Dittli/Fabio Arnold; Lukas Müller, Daniel Baumann (1), Marco Inderbitzin, Pascal Aschwanden (4), Samuel Wyss (5), Carlo Inderbitzin (1), Kevin Ledermann (1), Fabian auf der Maur (6), Florian Henrich (6/1), Petar Bubalo (4), Tomas Adamcik (3)

Gelesen 216 mal