Montag, 25 Oktober 2021 13:00

Ein Zittersieg, der weiter hoffen lässt

geschrieben von Spielbericht
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Herren 1. Liga HC KTV Altdorf – SG HV Olten 30:29 (17:15), 23.10.21 Altdorf Feldli

 

Gegen Olten ist der KTV Altdorf über weite Strecken das bessere Team. In den Schlusssekunden musste man sich aber trotzdem zum knappen 30:29-Heimsieg zittern.

 

Es war für beide Teams so etwas wie das Spiel der letzten Chance auf einen der beiden Finalrundenplätze. Doch sichtlich nervös ob dieser Situation zeigte sich keine der beiden Mannschaften. Ein parierter Siebenmeter von Fabio Arnold sowie ein Fehler der Oltener nutzte der KTV, um in torreichen Startminuten mit 6:3 wegzuziehen. Die Gelben blieben spielbestimmend und konnten sich immer wieder auf ihren Schlussmann verlassen. Offensiv verteilte sich die Last auf mehreren Schultern, denn gleich sechs Spieler trugen sich bis zur Halbzeitmitte in die Torschützenliste ein. Durch diesen Zwischensprint resultierte sogar eine Sechstoreführung. Doch der ehemalige, so muss man es nun ausdrücken, Ligadominator aus Olten, biss sich nochmals in die Partie zurück. Die Paraden ihres Schlussmannes Viktor Pantelic wurden über Konterangriffe in schnelle Tore umgemünzt. Nachdem sich der KTV zwischenzeitlich durch Tore des rechten Flügelspielers Fabian auf der Maur erneut auf fünf Tore absetzen konnten, kam es für die Solothurner noch besser. Die nun fehleranfälligen Urner mussten den Gästen das Spieldiktat überlassen. So erzielte Mirco Külling zwanzig Sekunden vor dem Seitenwechsel den Anschlusstreffer. Altdorf drückte aufs Tempo, um seinerseits noch einen Treffer erzielen zu können, warf das Anspiel aber in die Hände des lauernden Jan Peter. Eine starke Parade von Fabio Arnold verhinderte den Ausgleich und Wyss Samuel erzielte mit der Sirene eines seiner sieben Tore, das zum Pausenstand von 17:15 stellte.

 

Diese nervenaufreibende Geschichte der ersten Halbzeit sollte sich um zweiten Umgang sogar noch etwas extremer wiederholen. Eine mutige Entscheidung traf Altdorfs Trainer Stefan Epp, als er den starken Schlussmann Fabio Arnold auf die Bank beorderte. Auch im zweiten Umgang blieb das Heimteam spielbestimmend, die Eisenbahnstädter fanden im Positionsangriff kein Mittel gegen die kompakte Urner Abwehr. Skorten die Oltener, dann ging es schnell. Gegenstösse, die schnelle zweite Angriffswelle oder Tore über das sogenannte schnelle Mitte-Anspiel hiessen die Erfolgsrezepte der Gäste. Das Urner Rezept trug die Nummer 14, zieht zum Tor wie kein zweiter und brauchte zweieinhalb Minuten um drei Altdorfer Tore nachzulegen: „Bum-Bum-Sämi“ Wyss war in seinem Element. So setzte sich der KTV erneut bis zur Halbzeitmitte mit vier Toren ab. Auch fünf Minuten vor dem Ende hatte diese Führung Bestand. Die Urner, nun in Unterzahl, ergänzten wie üblich in dieser Situation den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Das schnelle Oltener Umschaltspiel bestrafte das zögerliche Zurückwechseln aber konsequent mit zwei Toren ins noch verwaiste Tor.

 

Dieser 29:27 Anschluss war der Auftakt in die Altdorfer Schlusshektik. Erst stellte der KTV auf +3, scheiterte im Anschluss aber gleich dreifach am hintersten Oltener Viktor Pantelic. Ein Gegentor sowie ein Fehler später hatten die Oltener den Ballbesitz zum Anschlusstreffer. Der KTV holte sich ein Zeitstrafe, Olten organisierte mit einem Time-out neu. Der Wurf über den rechten Flügel wurde von Christian Amrein pariert, der Abpraller landete aber im Seitenaus. Sekunden später und gerade Mal zwanzig Sekunden vor dem Ende war der Anschluss dann Tatsache. Doch die Urner gaben den Ballbesitz nochmals ab. Jan Peter musste im Konter hektisch abschliessen, scheiterte aber mit der Sirene am Altdorfer Torhüter.

 

Ganz bitter ist diese Niederlage für die Gäste. Ohne die beiden pandemiebedingten Saisonabbrüche hätten sich die Oltener bereits zwei Mal ins Oberhaus gespielt. Nun beträgt ihr Rückstand auf den angestrebten zweiten Rang bereits sechs Punkte. Schon für die Altdorfer, vier Punkte hinter den zweitplatzierten Dagmersellern, muss schon einiges zusammenpassen, um nachmals ernstzunehmend in den Kampf um diesen Platz einzugreifen. Doch durch diesen Sieg hält man sich weiter in Schlagdistanz.

 

Für den KTV spielten:

Fabio Arnold/Christian Amrein; Lorin Schleich (1), Lukas Müller, Marco Inderbitzin, Pascal Aschwanden (1), Samuel Wyss (7), Carlo Inderbitzin, Kevin Ledermann (3), Fabian auf der Maur (5), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (6/3), Petar Bubalo (3), Tomas Adamcik (4)

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