Montag, 28 März 2022 12:33

Erster Rückschlag in der Westschweiz

geschrieben von Spielbericht
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Spielbericht West HBC – HC KTV Altdorf 31:26 (13:13) 26.3.22 Crissier Marcolet

 

Abgesehen von starken Startminuten konnten die Altdorfer für einmal überhaupt nicht überzeugen. Das Heimteam liess in Crissier nichts anbrennen und schrieb sich gegen verunsichert wirkende Urner zwei Punkte im Kampf um den Spitzenplatz in dieser Abstiegsrundengruppe gut.

 

Als Samuel Wyss in der siebten Spielminute zum 1:4 einnetzte, sah die Altdorfer Welt noch rosig aus. Die lange Anreise schien nicht die befürchteten Anlaufschwierigkeiten zur Folge zu haben, die Defensive wirkte stabil und der Angriff skorte effizient. West HBC reagierte aber umgehend. Der junge Laurent Veiga wurde auf den Platz beordert und brachte die nötige Dynamik in das bis dahin zu statische westschweizer Angriffsspiel. Mit schnellen Seitwärtsbewegungen zog der Youngster mit Jahrgang 2005 die Altdorfer Deckung auseinander. Die bis dahin gut funktionierende Abwehr verlor schlagartig die ganze Sicherheit und wurde nun fahrig. Einfache Tore steigerten das Selbstvertrauen der Romands, die nun auch in der Verteidigung zulegten und den Altdorfer Angriff vor grössere Probleme stellte. So war die Wende nach 24 Spielminuten vollendet, als Pierre Kunstmann das 11:9 erzielte. Die Altdorfer vermochten aber nochmals zu reagieren und glichen bis zum Seitenwechsel wieder zum 13:13 aus.

 

Nach der Pause durften sich die Altdorfer bei Torhüter Fabio Arnold bedanken. Dieser verminderte den Schaden des Urner Fehlstarts mit fünf Paraden innert neun Minuten. Doch trotzdem setzte sich das Heimteam erstmals mit drei Toren ab. Der Plan des HBCW war dabei klar erkennbar. Das Tempo im Umschaltspiel wurde konsequent herausgenommen, im kontrollierten Positionsangriff wurde ein Weg gefunden, um mit wenigen technischen Fehlern zum Torerfolg zu kommen. Ganz anders auf der Gegenseite. In der zweiten Welle und über die schnelle Mitte landete der Ball bei Lukas Müller, der sich mit seiner ungestümen Art durch die Deckung tankte. Acht Tore aus neun Versuchen erzielte der Seedorfer und hielt die Altdorfer immerhin in Schlagdistanz. Mit etlichen technischen Fehlern stellte sich der KTV aber selbst das Bein. Auch das Angriffsspiel mit dem siebten Feldspieler scheiterte, denn drei erfolgreiche Würfe ins verwaiste Tor war die Folge.

 

In der bisherigen Rückrunde behielten die Urner in den entscheidenden Momenten oft die Ruhe und profitierten von Fehlern der Gegner. So hätte beispielsweise das Derby im Muotathal auch gerne auf die Seiten der Schwyzer kippen können und auch vor einer Woche in Muri verhinderte der KTV den Anschlusstreffer. Doch diesmal konnten sich die Altdorfer Houdinis nicht mehr entfesseln. Zu fehleranfällig, ideenlos und schlicht zu schwach präsentierte man sich. In den letzten Minuten fiel der Altdorfer Widerstand dann endgültig und der Vorsprung verdoppelte sich bis zum Schlussstand von 31:25. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Petar Bubalo, dessen Fuss ein Weiterspielen verunmöglichte.

 

Trotz dieser Niederlage bleiben die Altdorfer Leader. Der Vorsprung auf die Romands beträgt aber nur noch einen Punkt. Somit wird die Ausgangslage fürs Derby vom kommenden Samstag gegen das Muotathal noch brisanter. Nicht nur würde der KTV mit einem Sieg den Spitzenplatz behaupten, die Punkte neun und zehn wären wohl auch mit dem definitiven Ligaerhalt gleichzusetzen. Doch dafür müssen die Altdorfer nochmals einen Gang zulegen, denn ein Derbysieg wurde noch nie verschenkt.

 

Für den KTV spielten:

Christian Amrein/Fabio Arnold; LorinSchleich (2), Lukas Müller (8), Daniel Baumann, Marco Inderbizin, Pascal Aschwanden (5), Samuel Wyss (5), Carlo Inderbitzin, Matteo Kovacevic, Florian Henrich (3/2), Petar Bubalo (1), Tomas Adamcik (2)

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